WAS ES ZU ENTDECKEN GIBT

Der erhaltene nordwestliche Eckstein mit der Jahreszahl 1516 erinnert an den Neubau des Kirchenschiffs und zeigt seine ursprüngliche Länge an.

 

Das von W. Pfeifer entworfene Sgraffittobild an der östlichen Außenwand der Sakristei zeigt den „apokalyptischen Reiter" der Offenbarung des Johannes, dem „Macht gegeben wurde, den Frieden von der Erde zu nehmen" (Offbg. 6, 4). Die Jahres-zahlen 1388, 1634, 1945 erinnern an die drei großen Ausbrüche von Gewalt, die Döffingen in seiner Geschichte getroffen haben. Unter dem Bild steht der prophetische Mahnruf zur Abkehr von Unterdrückung und Gewalt: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort." (Jeremia 22, 29)

 

An den gotischen Stil des Kirchenschiffs erinnert nur noch das HAUPTPORTAL im Westgiebel. Die kupfer-getriebene Tür zeigt die Berufung der ersten Jünger durch Jesus: „Folgt mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen!" (Markus 1, 17) Die Vögel und die Lilien des Seiteneingangs erinnern an die Bergpredigt: „Sorgt nicht …" (Matthäus 6, 25-30).

 

Die INNENAUSMALUNG des 16. Jahrhunderts wurde beim Brand der Kirche 1634 weitgehend zerstört. Original erhalten blieb eine Türeinfassung auf der Nordseite. Die sonstige Ausmalung wurde nach erhaltenen Beispielen aus der Renaissancezeit 1962 neu geschaffen und 2004 erneuert.

 

Näheres zur Geschichte unserer Kirche finden Sie hier  "Aus unserer Geschichte"

Detail der Dekormalerei im Stil der Renaissance

Der ALTARKRUZIFIXUS stammt von 1675. Er wurde zur Geburt seines sechsten Kindes gestiftet von Cunrad Kopp, nachdem die ersten drei und das fünfte Kind aus seiner zweiten Ehe alle im Kleinkindalter verstorben waren.

Seit der Renovierung hängt der Kruzifixus wieder an seinem ursprünglichen Platz hoch im Chorbogen über dem Altar. An dieser Stelle erinnert das Kreuz nicht nur an den Tod Jesu, sondern auch daran, dass er erhöht worden ist, dass er lebt und dass vor ihm „sich beugen werden aller Knie im Himmel und auf Erden und unter der Erde" (Phil 2, 10).

 

Am Längsbalken der Decke erinnern das Wappen des Herzogtums Württemberg und das Ortswappen mit der Jahreszahl 1687 an eine Renovierung der Kirche nur 25 Jahre nach Abschluss des Wiederaufbaus. Bei der Verlängerung des Kirchenschiffs 1962 wurden in gleicher Gestaltung als Christussymbol ein Pelikan angefügt, der seine Kinder mit dem eigenen Blut nährt, und das Schiff der „oikoumene" (der weltweiten Kirche).

 

Auf dem Schalldeckel der KANZEL von 1686 steht der auferstandene Christus mit der Siegesfahne.

Auch die beiden Farbfenster im Osten und im Westen erinnern an Ostern: sie zeigen die drei Frauen am leeren Grab und den Auferstandenen mit den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus.

Jesus Christus wird uns in unserer Kirche auf zweifache Weise vor Augen gestellt: als Leidender, der uns in schweren Zeiten zum Bruder und Weggefährten werden kann – und als der, der uns voraus ist, der die Tür geöffnet hat, die aus einem dunklen Raum ins Licht und ins Weite führt: „Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens". ( Hebräer 12, 2a).

Wiedereinweihung der Martinskirche am 23. Januar 2005

Die schriftlichen Quellen machen keine Angaben über den ursprünglichen Namengeber der Kirche, und auch der Volksmund hat keine Erinnerung an ihn bewahrt.

Seit 1979 nennt die Gemeinde ihre Kirche Martins-kirche, da alle anderen Urkirchen der Umgebung dem Heiligen Martin geweiht waren.