Worte der Hoffnung

Die aktuelle Lage rund um Corona kann Angst machen. Niemand von uns hat bisher so etwas erlebt. Doch Angst ist kein guter Ratgeber, denn Angst frisst unsere Seele auf. „Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Röm. 5,5) Auch wenn keiner von uns die weiteren Entwicklungen überblicken kann, so haben wir als Christen Hoffnung. Hoffnung, dass Gott bei uns ist. Hoffnung, dass er uns durch die Krise begleiten wird. Hoffnung, dass er alles in seiner Hand hält. Darum wollen wir Ihnen Hoffnung machen und schenken Ihnen immer montags Worte der Hoffnung!

P.S.: Bisher gab es von Montag bis Samstag hier Andachten für Sie. Da jetzt die analogen Aufgaben wieder zunehmen, wird es die Worte der Hoffnung immer montags geben, als guter Impuls für die ganze Woche.

Montag, den 6. Juli 2020

Salz und Licht

Jesus war gemeinsam mit den Jüngern auf einem Berg. Er predigte ihnen die bekannten Worte der Bergpredigt. Zu Beginn hörten sie in den Seligpreisungen, dass im Himmel offenbar andere Maßstäbe gelten. Die vermeintlich etwas Schwächeren werden den großen Gewinn im Himmel haben.
Schnell geht es in der Bergpredigt aber auch schon wieder weiter, Jesus spricht vom Salz und Licht.

Matthäus 5, 13-15: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus.“

Das früher äußerst wertvolle Salz hat in der Bibel eine besondere Bedeutung. Es ist zum Beispiel vom Salzbund die Rede. Jedes Speiseopfer der Juden musste, so von Gott vorgegeben, gesalzen werden. Salz hat eine reinigende Wirkung und konserviert zugleich. Das ist ein gutes Bild für den Bund den Gott mit seinem Volk geschlossen hat. Sein Bund bleibt ewig und er hält sich an seine Versprechen. Er ist gestern, heute und morgen derselbe. Außerdem reinigt er uns und macht uns durch Jesus Christus frei von unserer Schuld.

Zum anderen ist Salz auch Geschmacksbringer, eine Suppe ohne Salz schmeckt nicht. Wir Christen sollen also auch Geschmack in die Welt bringen. Aber wie geht das? Das führt uns zum zweiten Teil des Bibeltexts: Wir sollen Licht sein.

Wenn man in Galiläa über eine Stadt auf dem Berg spricht ist meist Safed gemeint. Eine Stadt die heutzutage circa 35000 Einwohner hat und auf circa 840m liegt. Safed findet man immer, denn die Abendlichter in den Häusern sind selbst vom See Genezareth sehr gut zu sehen.

Weiter ist von einem Licht, einem Leuchter und einem Scheffel die Rede. Ein Licht war in der damaligen Zeit eine Öllampe mit einem Docht. Eine Leuchte sozusagen eine Fassung, die irgendwo am oberen Teil der Wand angebracht wurde. Und sobald man das Haus verließ hat man diese Lampe mit einer Tonschale, dem Scheffel abgedeckt. Die Lampe ging aus.

Was sagen uns diese beiden Geschichten? Wir sollen Licht und Salz für die Welt sein, aber wie kann das gehen? Diesen kurzen Unterabschnitt der Bergpredigt hat Jesus mit den Worten aus Vers 16 abgeschlossen: „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Wir sollen in unserem Leben so handeln, dass durch unsere guten Taten andere Menschen auf Jesus aufmerksam werden und nicht uns, sondern unseren Gott im Himmel dafür preisen. Damit sie dann hoffentlich Jesus als ihren Gott und Herrscher anerkennen.

Dieses Zeugnis kann in Wort und Tat erfolgen, sodass es ein ganzheitliches Lebenszeugnis für Jesus ergibt. Ich selbst scheitere daran immer wieder und ringe darüber mit mir. Aber wir sind alle auf einem Weg und versuchen Jesus ähnlicher zu werden. Keiner ist perfekt, da gehört nunmal scheitern dazu. Manchmal kann Jesus uns gerade in diesen Situationen gebrauchen, um gerade dann sein Licht groß scheinen zu lassen.
An anderer Stelle sagt Jesus über sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Johannes 8, 12

Wer Jesus nachfolgt wird nicht mehr in der Dunkelheit leben, sondern das Licht des Lebens kann aus uns strahlen.

Ihr Jugendmitarbeiter Steffen Epple

Montag, den 29. Juni 2020

In den letzten Wochen geht mir immer mal wieder ein Lied durch den Kopf, das schon über 50 Jahre alt ist: 

1. Vers
Wir tragen viele Masken und haben kein Gesicht.  
Wir sprechen eine Sprache, verstehn einander nicht. 
Wir leben in der Fülle und sind im Herzen leer. 
Wir sehnen uns nach Stille, ertragen sie nicht mehr.

Der Inhalt des Liedes ist – trotz seines Alters – brandaktuell. So habe ich manche Menschen erst in den letzten Wochen kennengelernt und bin ihnen noch nie ohne Maske bzw. Mundschutz begegnet.

Wir sprechen alle Deutsch, verstehen aber nicht, warum manche Menschen locker und andere sehr straff mit den Coronaverordnungen umgehen. Warum die einen Angst haben und die anderen unbekümmert sind. Die unterschiedlichen Ansichten darüber führen nicht selten zu Missverständnissen und Streit. 

Wir haben alles, was wir zum Leben brauchen, aber doch werden immer mehr Menschen psychisch krank oder aggressiv, was durch die verschiedenen Einschränkungen noch verstärkt wird. Die Scheidungsrate steigt – so meldet es die Zeitung – seit Corona an.

Viele sehnen sich – auch schon vor Corona – nach Entspannung, aber die Suche danach endet oft in weiterem Stress. Weil man z.B. erstmal an den Ort kommen muss, an dem man zur Ruhe kommen will und diese Zeit gezielt einplanen muss. Außerdem haben viele Formen der Entspannung ihren Preis, der erstmal gezahlt werden muss.

2. Vers
Wir suchen tausend Sonnen und sind doch ohne Licht. 
Wir rühmen unsre Freiheit und haben sie doch nicht.
Wir dienen vielen Göttern und sind so fern von Gott.
Wir spotten mit dem Munde und in uns brennt die Not.

Viele sehnen sich nach einem Ortswechsel, dahin, wo die Sonne scheint, aber was ist, wenn man wieder zurückkommt ins Althergebrachte?

Die Grenzen in Europa sind wieder offen, es besteht wieder Reisefreiheit, aber auch die Möglichkeit des Umherreisens kann wieder in Stress versetzen. Fragen tauchen auf wie: „Wohin soll es überhaupt gehen? Finde ich ein gutes Schnäppchen?“  In der Regel macht man sich das gar nicht so bewusst, dass auch diese Überlegungen wieder in Stress versetzen. 

3. Vers
Ja, einer kennt die Namen und weiß, wie es uns geht. 
Ja, er spricht eine Sprache, die jedermann versteht.
Er gibt uns aus der Fülle, die er geschaffen hat,
und schenkt uns eine Stille durch seine große Gnad´.

Gott kennt uns am besten. Er hat uns ja geschaffen. Und er will sich finden lassen.  Gott kann jeden Menschen so ansprechen, dass er es versteht. In muslimischen Ländern geschieht das oft durch Träume. Wir brauchen das nicht, weil wir die Möglichkeit haben, seine Worte in gedruckter oder digitaler Form zu lesen und zu hören. Aber diese Worte, diese Nachrichten von Gott, werden in Deutschland oft übersehen bzw. überhört. Weil es so viel anderes gibt, was nach Aufmerksamkeit schreit und überall etwas scheinbar Wichtigeres aufpoppt. 

Seine Fülle, sein Reichtum hat Ewigkeitswert und ist unabhängig von jeglicher Wirtschaftsrezession. „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“, so spricht Jesus in Johannes 10,10.  Das bedeutet, in der Gegenwart Gottes zu leben. Sich der Gegenwart Gottes bewusst zu sein. Er will uns im Innersten zur Ruhe bringen. Wir müssen es nur wollen.

4. Vers
Ist denen Licht und Sonne, die glauben an sein Wort, 
verheißt den Menschen Freiheit an jedem Ort.
Gott hilft zu neuem Leben, vergibt uns in Geduld.
Drum lasst uns vor ihn treten mit aller unsrer Schuld.
(T: Gisela Spitzer/ Klaus Panthel)

Das Leben bekommt eine Perspektive mit ewigem Bestand, wenn wir es mit Gott leben. Es geht um eine neue Perspektive, ein neues Ziel. Und nicht länger darum, so viel wie möglich aus der zur Verfügung stehenden Zeit herauszuholen, sondern einfach schon jetzt in der Gemeinschaft mit Gott leben. Das geht überall, auch in Döffingen und Dätzingen, um dann einmal – vielleicht schon bald – bei ihm anzukommen. Wir können ihm einfach unsere Schuld bringen. Dass wir nicht an ihn gedacht haben, nur die Notwendigkeiten des Alltags im Blick hatten. Um dann unbelastet und befreit mit Gott durchs Leben zu gehen. 

Ich wünsche Ihnen solch ein Leben: Unbelastet und auf ein Ziel zugehend.

Ihre Gemeindediakonin Schwester Bettina Wolf

Montag, den 22. Juni 2020

Das war es leider schon wieder. Am 20. Juni war der längste Tag dieses Jahres. Mit der Sommersonnenwende werden die Tage nun wieder kürzer. Um diesen besonderen Tag ranken sich viele Mythen. Auch in der christlichen Tradition hat er eine tiefere Bedeutung, die eng mit Johannes dem Täufer verbunden ist. Denn ein halbes Jahr vor Weihnachten soll er geboren sein (vgl. Lk 1,26-38). Der 24. Juni, das antike Datum der Sommersonnenwende, ist daher traditionell der Johannistag. In der Johannisnacht wird mancherorts ein Feuer entzündet, welches für die Sonne steht und Christus symbolisiert.

Die enge Verbindung der Sommersonnenwende auf Jesus Christus rührt von einem Spruch von Johannes dem Täufer her. In Joh 3,30 sagt er mit Blick auf den kommenden Christus: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ So markiert der Johannistag eine doppelte Wende. Zum einen die astronomische Wende, nach welcher die Tage nun eben wieder kürzer werden. Zum anderen aber auch eine theologische Wende, die den Blick von uns weg und hin zu Jesus Christus richtet. Er soll wachsen. Das bedeutet aber auch, dass wir dann kleiner werden müssen.

Im Moment müssen vielerorts kleinere Brötchen gebacken werden. Die Umstände zwingen uns dazu. Aber dennoch geht es nur um uns, um unsere Einschränkungen, um unsere Bedürfnisse, um unsere Wünsche. Unser Ego steht im Mittelpunkt und will noch größer werden. Es kennt keine Grenzen mehr. Und wo ihm doch welche gesetzt werden, da entlädt es sich in sinnloser Gewalt gegen andere Menschen. Unsere Tage sollen schließlich niemals aufhören. Doch wo bleibt da Platz für Jesus Christus? Wie soll er wachsen, wenn wir ihm keinen Raum dazu geben? So kann er nicht zu uns kommen. So kann es bei uns niemals Weihnachten werden. Gott bleibt dann außen vor. Und wir bleiben ohne ihn, obwohl wir ihn gerade besonders bräuchten!

„Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ Der Johannistag erinnert mich jedes Jahr aufs Neue an diese Wende. Dieses Jahr vielleicht noch ein bisschen mehr als sonst. Die aktuellen Umstände sind doch eine Chance für uns, endlich diese Wende zu vollziehen. Nicht länger ich, meiner, mir, sondern Jesus Christus für mich und für dich.

Möge Christus in uns wachsen!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 15. Juni 2020

Heiliger Boden

Neulich habe ich in einer Predigt die Geschichte von Mose und dem brennenden Dornbusch gehört. Viel Neues erwartet habe ich mir nicht davon, die kenne ich schon seit ich klein bin:

„1 Mose hütete damals die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er die Herde von der Steppe hinauf in die Berge und kam zum Horeb[1], dem Berg Gottes. 2 Dort erschien ihm der Engel des HERRN in einer Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Als Mose genauer hinsah, bemerkte er, dass der Busch zwar in Flammen stand, aber nicht niederbrannte. 3 »Merkwürdig«, dachte Mose, »warum verbrennt der Busch nicht? Das muss ich mir aus der Nähe ansehen.« 4 Der HERR sah, dass Mose sich dem Feuer näherte, um es genauer zu betrachten. Da rief er ihm aus dem Busch zu: »Mose, Mose!« »Ja, Herr«, antwortete er. 5 »Komm nicht näher!«, befahl Gott. »Zieh deine Schuhe aus, denn du stehst auf heiligem Boden!“ (2.Mose 3,1-5 Hoffnung für alle)

Danach stellt sich Gott Mose vor und gibt ihm den Auftrag das Volk Israel aus Ägypten zu führen.

Spannend fand ich an der Geschichte schon immer diesen „heilige Boden“. Mose ist neugierig und will näher an diesen Busch ran und wird von Gott aufgehalten. „Stopp Mose, das ist heiliger Boden, hier bin ich der allmächtige Gott am Wirken.“ Ok. Soweit so gut.

Durch die Predigt neulich hatte ich dann doch einen AHA-Effekt: Gott wirkt mitten im Alltag von Mose. In seinem eher eintönigen Leben als Hirte. Mose ist in brütender Hitze unterwegs, umgeben von Gemecker, Geblöke und tierischen Ausscheidungen, kümmert sich um Schafe und Ziegen, passt auf sie auf, führt sie woanders hin…Heute wie morgen, morgen  wie übermorgen… Eines Tages begegnet Gott ihm mitten in diesem unspektakulären Leben und plötzlich ist der langweilige Sand mit den Schaf- und Ziegenböbbeln vor ihm heiliger Boden. Ein Ort an dem Gott handelt und Dinge bewegt, ein Stück Himmel auf die Erde bringt.

Fasziniert hat mich die Übertragung die der Prediger gemacht hat: So wie bei Mose kann auch unser alltägliches Leben, unsere momentane Situation heiliger Boden sein. Genau wie damals vor über 2000 Jahren ist Gott immer noch in der Lage mitten in unserem Alltags-Leben zu handeln, Dinge zu bewegen und ein Stück vom Himmel auf die Erde zu bringen.

Das wirft auf einmal ein ganz anderes Licht auf jeden neuen Tag: Meine Fahrt zur Arbeit, Uni, Schule: Heiliger Boden. Mittagessen Kochen für die Familie: Heiliger Boden. Am PC sitzen und programmieren: Heiliger Boden. Rasen mähen oder die Wäsche aufhängen: Heiliger Boden.

»Zieh deine Schuhe aus, denn du stehst auf heiligem Boden! Hier handle und wirke ich, der allmächtige Gott.“

In dieser Erwartung will ich versuchen zu leben und ehrfürchtig meine (Lebens-)Situation als Gottes heiligen Baugrund ansehen.

Herzliche Grüße und viel Segen,

Ihre und Eure Jugendreferentin Sarah Brenzel

Montag, den 8. Juni 2020

Ein Lob auf den erhabenen Gott

„Halleluja! Ihr Diener des Herrn, lobt ´ihn´, lobt den Namen des Herrn! Der Name des Herrn sei gepriesen, jetzt und bis in alle Ewigkeit! Vom Aufgang der Sonne bis dorthin, wo sie untergeht, sei der Name des Herrn gelobt! Erhaben über alle Völker ist der Herr, seine Herrlichkeit überstrahlt den Himmel. Wer ist wie der Herr, unser Gott, der in der Höhe thront, der herabblickt auf alles, was im Himmel und auf Erden ist? Den Geringen, der im Staub liegt, richtet er auf; den Armen holt er heraus aus dem Schmutz. Er lässt ihn bei den Herrschenden sitzen, gibt ihm einen Ehrenplatz bei den Vornehmen seines Volkes. Der kinderlosen Ehefrau verleiht er Wohnrecht und lässt sie eine glückliche Mutter werden. Halleluja!“ Psalm 113

Normalerweise ist Lob Gottes durch Gesang im Gottesdienst immer ein wichtiges Thema, ganz egal ob es von Orgelmusik oder einer Band begleitet wird. Doch leider geht das gerade nicht. Das macht das Lob für Gott aber nicht kaputt, denn in der Bibel ist Gotteslob immer wieder ein zentrales Thema. Wir können Gott nicht nur mit Musik, sondern z.B. genauso auch im Gebet preisen. Psalm 113 entstammt aus einer Reihe von Lobpreispsalmen, die traditionell von den Juden beim Passahfest verwendet werden.
In diesem Psalm erhält Gott Lob für seine Schöpfung, für das Aufrichten der Geringen und für die Wunder, die er an uns tut. Im Psalm ist das Beispiel von den unfruchtbaren Frauen beschrieben. Sarah, Rebekka und Rahel waren bedeutende Frauen, die einen entscheidenden Faktor für die Erfüllung des abrahamitischen Bundes waren. Alle drei waren zunächst unfruchtbar, aber Gott hat sie in seiner wunderbaren Kraft doch noch fruchtbar gemacht. Der Psalmist lobt Gott dafür. Aber was bedeutet Lobpreis eigentlich? Und wie unterscheidet es sich vom Danken?
Fakt ist, es gibt mehrere Arten von Lob. Erstens z.B. so wie wir uns gegenseitig für gute Leistungen loben können; zweitens Gotteslob als Ausdruck unserer Liebe zu ihm, als Anerkennung für seine allmächtige Kraft. Ich persönlich verhalte mich dabei oft zu schwäbisch und handle nach dem Sprichwort: „Nix gsagt isch gnug globt!“ Eigentlich der falsche Weg.
Oft setzen wir Loben und Danken automatisch gleich. Eigentlich ist das nicht ganz richtig, auch wenn sie sich sehr ähnlich sind. Lobende sind erstaunt über die Macht des Schöpfers und vor Allem über seine Gnade an den Menschen. Dabei denken Sie an die wunderbare Schöpfung des Universums und sind fasziniert von Gottes Weisheit. Danken dagegen tut man eher bei einer besonderen Hilfe oder Bewahrung durch Gott. Horst Marquardt, ehemaliger Leiter des ERF, sagt: „Ich danke für das Brot, das ich täglich genießen darf und ich lobe den, der aus Samenkörnern und Erde Brot wachsen lässt.“

Im Neuen Testament sehen wir ganz praktisch wie Menschen immer wieder zum Gotteslob angestimmt haben. Z.B. lesen wir in Apostelgeschichte 2,47 über die ersten Christen folgendes: „Sie priesen Gott bei allem was sie taten…“ Dazu gehören auch die schlechten Zeiten. Paulus und Silas saßen eines Tages mitternachts im Gefängnis und sie hatten nichts Besseres zu tun als Gott anzubeten: „Gegen Mitternacht beteten Paulus und Silas; sie priesen Gott mit Lobliedern, und die Mitgefangenen hörten ihnen zu.“ (Apg. 15,25 ff.) Resultat war die Bekehrung des Gefängnisaufsehers und vielleicht auch der anderen Gefängnisinsassen.
So unterscheiden sich also Loben und Danken. Dankbar können wir vielleicht nicht immer sein, gerade in Situationen, in denen es uns schlecht geht und uns einfach nicht gut zu Mute ist. Fürs Danken brauchen wir einen Grund. Aber Loben geht immer, denn der Herr hats verdient. Wir erinnern uns dabei daran, dass wir einen starken Gott haben, dem nichts unmöglich ist. Und vielleicht hilft das auch zugleich wieder etwas besseren Mutes zu sein.

    Ihr Jugendmitarbeiter Steffen Epple

Pfingstmontag, den 1. Juni 2020

Abschiedsgeschenk

Pfingstmontag. Wir feiern die „Ausgießung des Heiligen Geistes“. Lange Zeit konnte ich mit dem heiligen Geist nicht viel anfangen. „Ok, den gibt’s auch. Gehört irgendwie mit dazu…“ Ich fand ihn eher ziemlich gruselig. So wenig greifbar, mysteriös - und vor allem unkontrollierbar. Damit tat ich mir schwer, wo ich doch in einer Gesellschaft lebe, in der Vernunft und Nachvollziehbarkeit eine große Rollen spielt.

Seit ein paar Jahren ist das anders. Der heilige Geist und ich sind dabei uns besser kennen zu lernen. Ich mache Erfahrungen mit ihm, die ich nicht mehr missen möchte und die mein Leben unendlich bereichern. Er ist mir ein unglaublich kostbares Geschenk. Genau so war das wohl von Jesus gedacht.

Kurz vor seinem Weg ans Kreuz kündigt Jesus dein Heiligen Geist seinen Jüngern als Abschiedsgeschenk an:

„Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. Keiner von euch fragt mich, wohin ich gehe, denn ihr seid voller Trauer über meine Worte. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist besser für euch, wenn ich gehe. Sonst käme der Helfer nicht, der an meiner Stelle für euch da sein wird. Wenn ich nicht mehr bei euch bin, werde ich ihn zu euch senden.“ (Johannes 16,5-7, Hoffnung für alle)

Mal ehrlich, wenn Jesus ein Geschenk ankündigt noch dazu in so einer krassen Situation, dann kann es doch nur was Wichtiges und Kostbares sein!? Das steckt ja auch schon in dem Wort „Helfer“. Man kann es auch übersetzen mit Anwalt, Beistand. Also dieser heilige Geist ist einer dem mein Körper, meine Seele und mein Geist am Herzen liegen. Einer, der ganzheitlich auf mich achtet. Mich nicht überfordert. Der sich meiner Sache annimmt, sich unumstößlich auf meine Seite stellt. Einer der mich verteidigt. Und in der Lage dazu ist. Einer der Gutes bewirken will – in mir und durch mich. Und einer dem ich in aller seiner Ungreifbarkeit vertrauen kann - weil Jesus ihn mir geschickt hat.

Ich erlebe den heiligen Geist als ein Geschenk, dass sich lohnt auszupacken, sich ihm zu öffnen. Das muss nicht laut oder pompös passieren. Wir dürfen ihm einfach die Hände hinhalten und sagen: „Komm wirke du. Wir wollen dein Gutes in unserem Leben und dieser Welt sehen.“ Und dann gespannt, fröhlich und erwartungsvoll abwarten was passiert. 

Ein Lied, dass diese Fröhlichkeit und Leichtigkeit in Bezug auf den Heiligen Geist ausdrückt ist diese Neuerscheinung von DMMK Lied.

„Heiliger Geist leite die Zeit, zeig uns den Weg führ uns zum Thron. Geist Gottes komm, wir brauchen mehr von dir.“

Viel Freude beim Geschenk auspacken.

Herzliche Grüße, Ihre/Eure Jugendreferentin Sarah Brenzel

Samstag, den 30. Mai 2020

Vor über zwei Monaten hatte ich meinen letzten Schultag nach regulärem Stundenplan. Als ich nach dem Unterricht zurückfuhr und in Aidlingen eine Besorgung machte, kam ein Paketbote auf mich zu. Er fragte, ob er mir Pakete fürs Mutterhaus mitgeben könne. Ich nahm sie mit und fragte mich, was da wohl Schweres drin sein kann. Als ich die Pakete im Mutterhaus abstellte, wurde mir gleich mitgeteilt: „Na, das werden wir jetzt wohl nicht mehr brauchen.“ In den Paketen befanden sich 15.000 Teilnehmerarmbänder für das Pfingstjugendtreffen (PJT). Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich vorstellen, dass das PJT in seiner bisherigen Form tatsächlich ausfällt. Unter normalen Umständen wäre es heute gestartet. Wie seit 70 Jahren. Aber in diesem Jahr ist einfach alles anders. Viele Teilnehmer freuen sich schon lange im Voraus auf das PJT. Sie freuen sich auf die Gottesdienste, das gemeinsame Singen und die Seminare. Aber vor allem auf die Gemeinschaft. Das PJT findet zwar digital statt, aber dieses Treffen live und gemeinsam zu erleben, ist eben doch besonders. Wie gut ist es da, sich gerade jetzt daran zu erinnern, warum es überhaupt Pfingsten gibt. Der Heilige Geist kam. Er wird auch Tröster genannt. Jesus selbst hat ihn angekündigt: „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Johannes 14, 26). Und so ist er auch der Tröster bzw. Beistand in dieser Zeit, in der wir uns gerade befinden. Mit seinem Kommen ist uns Jesus – wenn wir ihm vertrauen – ganz nah. Viel näher, als er es als Mensch auf dieser Erde je hätte sein können. Er ist an allen Orten in gleicher Weise nah. Egal, ob es an einer Stelle ist, wohin viele sich sehnen – wie das PJT – oder ob es eine Situation ist, die man sich nicht wünscht, wie beispielsweise ein Krankenhaus. Es wäre natürlich schön, wenn man sich wieder gemeinsam treffen und normale Gottesdienste feiern könnte. Mit Gesang und ohne Abstand und ohne strikte zeitliche Begrenzung. Wenn Freizeiten unter normalen Bedingungen gehalten werden könnten. Aber dennoch gilt: Jesus selbst ist bei und in allen, die ihm vertrauen. Seine Kraft will sich heute in unserem Leben auswirken. Wir können heute in einem neuen Lebensraum leben, nämlich mit ihm. Nicht erst bei einem großen Event oder wenn alles wieder normal läuft. An jedem Tag können wir uns darauf verlassen: „Ich lebe, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir“ (Galater 2,20). Es kommt darauf an, seine Kraft zu erwarten. So wie die Jünger in Jerusalem bleiben und warten sollten. Das war nichts Außergewöhnliches. Das sah für manchen vielleicht nach Nichtstun aus. Aber der Heilige Geist kam ohne besondere Anstrengungen seitens der Jünger. Gottes Geist kann aber auch da wirken, wo er nicht erwartet wird und wo kein Mensch ist, der uns dazu ermutigt. Sogar im Gefängnis. Das hat der ehemalige Häftling Wilhelm Buntz erfahren. Er gebrauchte die Blätter der Bibel als Zigarettenpapier, weil er nichts anderes hatte.  Zuvor las er jede einzelne Seite. Er las das ganze Alte Testament. Es sprach ihn nicht an. Er las im Matthäusevangelium weiter. Bei den Worten „Ihr seid das Salz der Erde“ wurde er zum ersten Mal aufmerksam. Er kam ins Fragen, ob er selbst eigentlich Salz ist. Und was er mit seinem Leben bewirkt. Er betete zu Gott und las weiter. Von da an veränderte er sich auf radikale Weise. Am Anfang merkte er das selber gar nicht. Die Menschen in seiner Umgebung wurden zuerst darauf aufmerksam, dass etwas bei ihm anders geworden war.  Es folgt eine spannende Geschichte. Nachlesen kann man sie in dem Buch „Der Bibelraucher“.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest in der Gewissheit: Gottes Kraft will sich heute in Ihrem Leben auswirken!
Ihre Gemeindediakonin Schwester Bettina Wolf

Freitag, den 29. Mai 2020

Kostbare Augenblicke

Gestern habe ich eine Sprachnachricht von einer Jugendmitarbeiterin bekommen. Sie erzählte mir von ihren Kollegen, die an Corona erkrankt sind. Zwei haben sich insgesamt erholt, aber können noch nicht wieder riechen und schmecken. Ein dritter kämpft seit drei Monaten mit der Krankheit und ihren Folgen. Er ist um die vierzig, keine Vorerkrankungen, sportlich. Diese Nachricht hat mich echt betroffen gemacht. Für eine gewisse Zeit krank sein und das aushalten müssen ist das eine, nicht wieder gesund werden und mit den Folgen kämpfen zu müssen eine ganz andere Geschichte.

Am selben Nachmittag haben wir mit den Konfirmanden eine Aktion gemacht: Schöpfung feiern. Sie sind in Zweiergruppen losgezogen und haben Blumenkränze geflochten, Bodenbilder gelegt, geübt auf einem Grashalm zu pfeifen und Hänge runter zu kullern. Leichtigkeit, Lebensfreude, Leben pur. Das war ein ziemlich krasser Kontrast in diesem Moment. Auf der einen Seite Krankheit und Betroffenheit und auf der anderen das junge blühende Leben. Gleichzeitig hat es mich aber auch dankbar gemacht. Dankbar dafür, dass die Konfimädels, die Mitarbeiterin Leonie und ich diesen Augenblick komplett ungetrübt erleben können und nicht an Corona oder deren Folgen leiden.

In der Andacht am Ende der Aktion kam das Lied „Danke“ von Andrea Adams-Frey vor. Der Text hat mich durch die Erlebnisse des Nachmittags nochmal ganz anders und echt tief berührt.

Danke für die Sonne, danke für den Regen, danke für den Himmel über mir.
Danke für den Samen, danke für die Früchte, danke für die Erde unter mir.
Danke, danke für die Schönheit, danke für die Farben, danke für das Licht.
Danke, danke für das Leben, danke für die Liebe und diesen Augenblick.
Danke, danke für die Freiheit, danke für die Freude und für die Musik

 

 

Was für ein Geschenk ist es, sich an einem sonnigen Nachmittag ohne Coronabeschwerden an der Schöpfung freuen zu können. Was für ein Geschenk.                                                                                          

Danke, danke für Gesundheit, Bewahrung vor Corona und diesen Augenblick! Herzlichsten Dank. Amen.

Herzliche Grüße,
Eure und Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Donnerstag, den 28. Mai 2020

Ich mag Löwenzahn. Weniger die Pflanze als vielmehr die Kindersendung. Da lernt man selbst noch als Erwachsener ganz unterhaltsam etwas dazu. Aber am meisten fasziniert mich doch der Trailer am Anfang. Denn die Löwenzahnpflanze wächst einfach überall. Sie sprengt sogar den Asphalt und kommt aus dem Beton hervor. Dort, wo eigentlich nichts wachsen soll, dringt sie ins Leben und am Ende ist die ganze Stadt mit Löwenzahn zugewuchert.

Löwenzahn hat eine große Sprengkraft. Obwohl es doch eine gewöhnliche und unscheinbare Pflanze ist. Nun der christliche Glaube scheint uns auch gewöhnlich und im Unterschied zu exotischen Religionen recht unscheinbar. Aber dennoch hat er eine große Sprengkraft. Vor 2.000 Jahren hat er dazu geführt, dass Menschen im Namen Jesu zusammengekommen sind und seine Kirche gegründet haben. Heute existiert sie immer noch. Auch wenn inzwischen vieles anders ist als früher, so herrscht in ihr doch noch derselbe Geist.

Am Wochenende feiern wir Pfingsten. Wir erinnern uns daran, wie Gottes Heiliger Geist damals zu uns Menschen gekommen ist. Der hatte und hat auch immer noch eine große Sprengkraft. Oft wirkt er wie ein Löwenzahn im Verborgenen. Er bahnt sich seinen Weg durch alle Widerstände hindurch und tritt dann mit aller Kraft an die Oberfläche. So sprengt er Hindernisse, durchbricht Ängste und keimt selbst auf Zweifeln. Und er wächst auch in uns. Vielleicht merken wir das gar nicht. Doch der Heilige Geist lässt uns an Jesus Christus glauben und hoffen. Und diese Hoffnung hat mehr Sprengkraft als vieles andere. So spricht Gott in der Bibel: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft geschehen, sondern durch meinen Geist.“ (Sacharja 4,6)

Möge die Hoffnung in Jesus Christus auch Ihren Asphalt durchbrechen und aufwachsen!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Mittwoch, den 27. Mai 2020

Kennen Sie das Lied „Komm heute zum Vater“? Wenn nicht, dann hören Sie es sich doch jetzt kurz an und achten Sie dabei besonders auf den Text. Das besondere an diesem Lied ist die Einladung vor Gottes Thron zu kommen und das Geschenk der Vergebung anzunehmen. Und eigentlich müsste ich zu diesem Lied gar nichts schreiben, weil schon alles gesagt ist. Trotzdem möchte ich noch ein paar persönliche Gedanken dazu sagen.
‚Wiegt die Last Deiner Schuld viel zu schwer, ist da etwas zerbrochen in Dir, hast Du diesen unstillbaren Durst? Dann Komm, Jesus ruft Dich.‘ So oder so ähnlich wird es im Lied gesungen. Egal was uns bewegt, wir sollen es vor Jesus bringen. Er ruft uns.

Dieser Gedanke entstammt aus der Bibel. Jesus ruft uns zur Vergebung, das steht mehrmals in Gottes Wort, z.B. in 1.Johannes 2,1-2: „Meine lieben Kinder, ich schreibe euch diese Dinge, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand doch eine Sünde begeht, haben wir einen Anwalt, der beim Vater für uns Eintritt: Jesus Christus, den Gerechten. Er, der nie etwas Unrechtes getan hat, ist durch seinen Tod zum Sühneopfer für unsere Sünden geworden, und nicht nur für unsere Sünden, sondern für die der ganzen Welt.“

Jesus ist für unsere Fehler eingestanden. Er hat sich bespucken und schlagen lassen und ist schlussendlich am Kreuz für unsere Schuld gestorben. Das will er nicht umsonst gemacht haben, er steht mit offenen Armen da und möchte uns diese Vergebung schenken. Es ist an uns unsere Sünde vor den Herrn zu bringen.
Persönlich erlebe ich in diesen Momenten dabei nicht nur die Vergebung, sondern auch wie ich mich wieder näher zu Gott hingezogen fühle und unsere Beziehung wieder völlig im Reinen ist. Auch wenn es vielleicht etwas Überwindung kostet, dafür lohnt es sich die Fehler vor Gott zu bekennen.

‚Was für ein Retter, er hat den Tod besiegt, er ist SIEGER über alles. Er ist wunderbar, er hat Großes für uns getan, er ist unser Heiler. Darum beuge dich vor Ihm, er ist der Herr der Herrn.‘ Dies ist nur eine kleine Auswahl. Denken Sie doch einmal darüber nach wofür Sie Gott gerade preisen können und nehmen Sie es in ihr nächstes Gebet mit auf. Er hat es absolut verdient.

‚Folg ihm nach, denn dein Lohn wartet schon. Geh hinaus, erzähl allen davon.‘ Nachfolgen ist mehr als nur Mitläufer zu sein. Nachfolge bedeutet sich von Jesus leiten zu lassen und im Glauben an seine Lehre seinem Vorbild zu folgen. Und das jeden Tag neu.

Davon dürfen wir weitererzählen. Nichts können wir über den Tod mit hinausnehmen, als andere Menschen, die wir gemeinsam mit Gott für die Ewigkeit gewonnen haben. Die Bibel verspricht uns, dass der Heilige Geist uns befähigt Zeugnis von Jesus zu geben. Sie können es gerne nachlesen, Apostelgeschichte 1,6-8.

Vielleicht nehmen Sie heute auch diesen Ohrwurm mit in den Tag und denken darüber nach.
Ihr Jugendmitarbeiter Steffen Epple

Dienstag, den 26. Mai 2020

Es gibt Tage, da läuft einfach nichts. Es gibt Tage, da läuft alles schief. Der Nagel in der Wand, das rote Handtuch in der weißen Wäsche oder das stundenlagen Warten in der Dauerschleife. Tja, mit dem falschen Fuß aufgestanden. Am besten wäre man gar nicht aufgestanden und lieber im Bett geblieben. Dann hätte man jetzt keinen krummen Nagel in der Wand und auch keinen blauen Daumennagel, dann wäre die Wäsche zwar noch dreckig, aber dafür noch weiß und nicht rosa und man hätte viel Zeit am Telefon gespart. Tja, es gibt solche Tage, die wären am liebsten schon vorbei.

„Meine Zeit steht in deinen Händen.“ (Psalm 31,16) So heißt es in der Bibel. Meine Zeit steht in Gottes Händen, ganz gleich wie blöd heute auch alles laufen mag. Oder vielleicht klappt ja auch alles wie am Schnürrchen! Auch dann gilt: „Meine Zeit steht in deinen Händen!“ Nicht in irgendwelchen Händen, sondern in Gottes Händen. Er kann das zum Glück handeln, dass auch aus schlechten Tagen was Gutes  rauskommt. Er hat nicht nur meine Zeit, sondern auch mich in seinen Händen.

Peter Strauch hat dazu ein schönes Kirchenlied gedichtet:

Refrain:
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

1. Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.

2. Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb
nehmen mich gefangen, jagen mich.
Herr ich rufe: Komm und mach mich frei!
Führe du mich Schritt für Schritt.

3. Es gibt Tage die bleiben ohne Sinn.
hilflos seh ich wie die Zeit verrinnt.
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
und ich frag, wo sie geblieben sind.

Möge Sie heute Ihre Zeit in Gottes Händen geborgen wissen!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 25. Mai 2020

Blind vertrauen?

In einem Neujahrsgottesdienst vor einigen Jahren habe ich eine Geschichte gehört, die mir im Gedächtnis geblieben ist. Sie handelte von einem Engel, der einem Menschen begegnet, der mitten im Dunkeln unterwegs ist. Der Mensch lässt sich von dem Engel führen. Das Eindrücklich an der Geschichte war für mich, dass der Engel keine Laterne dabeihatte und den Weg auch nicht anderweitig erleuchtete. Die Dunkelheit war weiter vorhanden.

Die Pfarrerin, die die Geschichte erzählt hat, stellte damals die Frage, ob wir auch so wie dieser Mensch mit dem Engel oder Gott mitgehen würden. Ob wir mitgehen würden, obwohl wir nichts sehen, im blinden Vertrauen auf die Hand des Engels oder übertragen gesprochen Gottes, die uns hält. Darauf vertrauen, dass obwohl wir nichts sehen, der, der uns führt weiß wo es langgeht und gut führt.

Immer wieder denk ich über diese Frage nach und merke, dass sich da was in mir dagegen sträubt. Ich will nicht im Dunkeln unterwegs sein. Ich will wissen wo es langgeht, wie der Weg aussieht auf dem ich gehe. Ungewissheit ist anstrengend für mich, in meinem täglichen Leben und nochmal mehr grade in der Corona-Zeit. Zu vertrauen, dass Gott mehr und weitersieht als ich, fällt mir nicht leicht. Meine Hand n seine legen und mit ihm durchs Dunkle gehen. Blind vertrauen.

Gleichzeitig glaube ich, dass es das Beste und Sicherste ist, was ich machen kann. IHM blind vertrauen. Weil wir ein dickes Buch voller Hinweise darauf haben, dass er ein guter Hirte und Tourguide ist. Und weil meine bisherigen Erfahrungen und die von anderen das auch bestätigen. Gibt es eine bessere Alternative?

„Und muss ich durch ein finsteres Tal, fürchte ich keine Gefahr. Denn du bist an meiner Seite.“ (Psalm 23,4 Basis Bibel)

Meine Hand in seine legen. Blind vertrauen. Nicht allen, nicht irgendwem. IHM.

Herzliche Grüße,
Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Samstag, den 23. Mai 2020

„Seid geduldig, wenn ihr schwere Zeiten durchmacht, und hört niemals auf zu beten“ (Römer 12,12).
Betet! –  Diese Aufforderung stand über dem vergangenen Sonntag. „Gebet bringt´s“, so hörten wir es in der Predigt.

Ich musste dabei an eine E-Mail aus England denken, die ich letzten Samstag über einen Umweg erhielt. Der Gründer und ehemalige Leiter einer Missionsgesellschaft, die weltweit unterwegs ist, schrieb darin an eine Bekannte, dass er gerade für mich betet. Und da er meine E-Mail-Adresse nicht kannte, bat er um Weiterleitung dieser Nachricht.

Das fand ich echt krass. Ein in England lebender Amerikaner, der unzählige Kontakte auf der ganzen Welt hat, betet für mich! Und das nur, weil ich ihn mal vor zwei Jahren zusammen mit einer Mitschwester im Stuttgarter Hauptbahnhof abgeholt hatte, damit er in Aidlingen beim Lobpreisabend predigen konnte. Ich hatte ihm noch nicht einmal ein konkretes Gebetsanliegen genannt. Wir saßen zwar ziemlich lange im Bahnhof bei Starbucks, weil er dort seinen 80. Geburtstag feierte, aber ich kann mich nicht entsinnen, dass ich ihm da etwas Persönliches erzählt hätte.

„Das Gebet ist die Lebensform, das Lebensklima des Menschen, der mit Gott lebt.“ So steht es im Lexikon zur Bibel. Das trifft auf diesen Mann ganz sicher zu. Aber es kann auch unser Lebenselement sein. Oder – wenn wir es vernachlässigt haben – wieder neu dazu werden. Wir können es jetzt – in dieser Zeit –, die uns so viel Geduld abverlangt, einüben. Denn es geschieht i.d.R. nicht von allein. Deshalb läuten ja auch regelmäßig die Glocken der Martinskirche.  Nutzen Sie doch einfach den Stundenschlag, um ein kurzes Gebet – einen Satz – zu sprechen. Und beim langanhaltenden Läuten sind es dann mehr Sätze. Wenn Sie die Glocken nicht hören oder die Uhrzeit, zu der zum Gebet aufgerufen wird, nicht passt, dann stellen Sie sich einfach eine andere Erinnerung. Das Smartphone eignet sich da z.B. gut dazu.

Wenn wir das beständige Gebet einüben wollen, dann brauchen wir diese Erinnerung. Denn die Welt, in der wir leben, sagt uns: „Du schaffst das schon“ oder „Da müssen wir jetzt durch“. Aber das Gute ist ja, dass wir das nicht allein schaffen müssen, sondern dass wir immer die Möglichkeit haben, mit dem Eingreifen Gottes zu rechnen.

Beginnen Sie einfach mit dem, was Ihnen spontan einfällt. Sprechen Sie mit Gott über das, was Ihnen persönlich wichtig geworden ist, auch beim Lesen in der Bibel, bei einem Wort der Hoffnung der vergangenen Wochen oder beim Hören der Predigt. Beten Sie aufgrund der Nachrichten, die Sie sehen, lesen oder hören. Wenn Sie für andere gebetet haben, dann teilen Sie es denjenigen mit. Das ermutigt sehr!

Rufen Sie jemanden an, von dem Sie schon lange nichts mehr gehört haben und fragen Sie einfach nach – wenn derjenige es Ihnen nicht sowieso erzählt – wofür Sie beten können. Oder treffen Sie morgen andere vor bzw. nach dem Gottesdienst und tauschen Sie Gebetsanliegen aus.

Ermutigende Erfahrungen mit dem Gebet wünscht Ihnen
Ihre Gemeindediakonin Schwester Bettina Wolf

Freitag, den 22. Mai 2020

Gesegnet

„Wer möchte kann im Anschluss an den Gottesdienst nach vorne kommen und sich einen Segen zusprechen lassen.“ Im Teeniealter wurde ich bei solchen Angeboten oft innerlich ziemlich unruhig und hab mir gedacht: „Nee, das machst du nicht, ist ja peinlich und irgendwie seltsam.“ Später habe ich mich dann doch getraut.

Heute wird’s mir manchmal auch noch innerlich kribbelig, aber meistens nehme ich das Angebot an – und jedes Mal ist es eine total wohltuende Erfahrung. Ich überwinde meinen Stolz und Unsicherheit und gebe mutig zu, das ich hilfe - und segensbedürftig bin. Dass ich mein Leben nicht im Griff habe. Und werde reich beschenkt. Wenn jemand anderes aus Gottes Familie mir ein Segenswort zuspricht, mir wenn ich das möchte vielleicht auch die Hand auf die Schulter legt - Das sind für mich inzwischen heilige Momente, in denen Gott mich auf besondere Weise berührt. Danach gehe ich die nächsten Schritte irgendwie leichter, gestärkter und erfüllter. Gesegnet werden ist etwas Kostbar-Heiliges.

Segnen ist etwas Kostbar-Heiliges. Gerade in diesen Zeiten. Mitten in der Coronakrise brauchen wir und die Menschen um uns herum das noch viel mehr als sonst: Zuspruch und behutsame heilsame Berührung. Klar, berühren, dass dürfen wir ja gerade nicht so viele. Aber Segen zusprechen können wir trotzdem (und dazu braucht es keine Ausbildung ). Zum Beispiel per Telefon, sms oder Sprachnachricht. In eigenen Worten oder wir leihen uns welche von anderen oder aus der Bibel (4.Mose 6.24-26)

Und unsere Engsten und Liebsten mit denen wir sowieso unter einem Dach wohnen dürfen wir sogar auch jetzt dabei berühren. Natürlich nur, wenn sie auch gesegnet werden möchten. Die Hand auf den Kopf legen oder mit dem Zeigefinger ein Kreuz auf die Stirn malen. Das ist vielleicht ungewohnt – und gleichzeitig heilig. Kostbar – heilig.

Ich bin echt froh, dass ich meine Scheu von damals überwunden habe. Segen genießen kann. Und auch das andere segnen ist mir inzwischen sehr wichtig und wertvoll.
Deshalb jetzt ganz persönlich für dich:
Gottes Segen sei mit dir

auf dem gewundenen Pfad
deines Lebensweges
bei deinen Aufgaben
in Familie und Beruf
bei deinen Entscheidungen
die du täglich triffst
bei jedem Schritt
den du ins Unbekannte tust

Gottes Segen sei mit dir

(EG 823,1)

Geh als Gesegnete/r des Herrn in den neuen Tag.
Deine Sarah

Donnerstag, den 21. Mai 2020

Hoffnung. Gibt es die wirklich oder ist das alles nur Quatsch? Nun, die Worte, die wir hier seit nun zwei Monaten schreiben, wollen Hoffnung machen. Hoffnung, dass das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, nicht das Letzte, sondern nur das Vorletzte ist. Hoffnung, dass es irgendwann nicht einfach aus ist, sondern bei Gott weitergeht. Hoffnung, dass Ostern auch für uns gilt und wir wie Jesus Christus zu einem neuen, ewigen Leben auferstehen werden.

Ganz schön verrückt, diese Hoffnungsvorstellung. Es klingt ja auch sehr fantastisch. Kein Wunder, dass ich da gefragt wurde, ob ich das wirklich glaube? Damit würde man die Leute doch nur auf die Ewigkeit vertrösten, aber gibt das hier und heute tatsächlich Hoffnung?

Ich glaube schon. Mir zumindest. Und ich hoffe, auch Ihnen. Denn Hoffnung ist nicht von dieser Welt. Hoffnung kommt aus dem Himmel von Gott. In einem fernen Land, wo es das Wort Hoffnung nicht gab, versuchte ein Missionar die christliche Hoffnung zu erklären und weiterzugeben. Irgendwann meinte ein Einheimischer zu ihm: „Ihr könnt durch den Horizont sehen.“

Hoffnung schaut durch den Horizont direkt in den Himmel. Vielleicht ändert sich auf Erden noch nichts, aber durch die Hoffnung ändert sich etwas in uns. Christen vertrösten nicht auf die Ewigkeit, sondern sie sind von der Ewigkeit getröstet. Das macht uns nicht zu besseren Menschen, aber mit dieser Hoffnung sind wir besser dran. Oder wie es der evangelische Pfarrer und Gründer etlicher sozialdiakonischen Einrichtungen Friedrich von Bodelschwingh einmal gesagt hat:

„Es ist nicht wahr, dass die Ewigkeitshoffnung die Christen zu Träumern und Phantasten macht. Im Gegenteil – je entschlossener wir auf die neue Welt warten, desto praktischer, nüchterner, schlichter wird sich unser Leben hier gestalten. Nun bleibt keine Möglichkeit, unsere Zeit zu vertändeln und unsere Kraft zu zersplittern. Sowohl an die Arbeit wie an das Leiden, das uns aufgetragen ist – auch das ist heilige und nötige Arbeit –, setzen wir unsere gesammelte Energie.“

Ich wünsche Ihnen einen hoffnungsvollen Tag!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Mittwoch, den 20. Mai 2020

Haben Sie in den letzten Wochen bemerkt wie stark das Getreide auf den Feldern gewachsen ist? Das ist aufgrund des Regens und der vielen Sonne in die Höhe geschossen und hat teilweise schon Ähren ausgetrieben. Ich bin jedes Jahr neu davon fasziniert, wie aus so etwas Kleinem, eine solch ertragreiche Pflanze wächst. Nicht wir Menschen haben dieses System entwickelt, sondern es entstammt ganz allein von Gottes Handschrift. Und doch ist es etwas Vergängliches, der Landwirt muss sich jedes Jahr neu um die Pflanzen kümmern.

Alles auf der Erde vergeht. Das einzige was ewig bleibt ist das Reich Gottes. Im folgenden Gleichnis versucht Jesus uns dieses Reich zu erklären. Dazu vergleicht er es mit dem Wachstum einer Pflanze.
„Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“ (Markus 4,30-32)

Wie ein Senfkorn hat das Reich Gottes ganz klein angefangen zu wachsen. So wie die Senfpflanze gerade im Wachstum ist, so wächst gerade auch das Reich Gottes. Aber es ist noch nicht vollendet. Es steht in einer Spannung zwischen `Schon da` und `Noch nicht da`. Im Handeln und Reden von Jesus ist es schon sichtbar geworden. Vor allem für die Menschen, die seine Worte hören und ihnen Glauben schenken. Auferweckung von Toten, Heilung, Blinde werden sehend, Menschen finden zu Jesus, das sind beispielhafte Zeichen für das wachsende Himmelreich.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass das Reich Gottes also etwas Gegenwärtiges und Zukünftiges zugleich ist.

Morgen erinnern wir uns an Christi Himmelfahrt. An anderer Stelle in der Bibel ist beschrieben, dass Jesus wieder in den Himmel gefahren ist, um uns eine Stätte im Himmel vorzubereiten. (Johannes 14,1-4) Jesus ist also gerade dabei das Reich Gottes zu vollenden. Er, als gelernter Häuslesbauer, stellt gerade unsere neuen Wohnungen im Hause des Vaters fertig. Solange wie er schon weg ist, müssen das wohl ganz besonders schöne Wohnungen werden.

Noch haben wir ein Leben mit vielen Höhen und Tiefen. Dort aber werden wir einen Platz haben, wo wir Ruhe finden können. So wie die Vögel im Gleichnis vom Senfkorn, die auf den Zweigen der Pflanze in Ruhe nisten können.

Es wird gut sein, weil wir bei Gott sind. Direkt bei Ihm, in seinem vollendeten Reich. Vielleicht denken Sie morgen einmal daran.
Ihr Jugendmitarbeiter Steffen Epple

Dienstag, den 19. Mai 2020

In den letzten Wochen mussten wir alle mit weniger auskommen. Und wir sind mehr oder weniger gut damit klargekommen. Immerhin ging es um unsere Gesundheit und vielleicht sogar um unser Leben. Doch jetzt, da die Einschränkungen nach und nach gelockert werden, hört man es überall bruddeln. Nicht nur in Schwaben. Da wird gemeckert und gestänkert, mancherorts friedlich demonstriert, aber an anderen Orten Einsatzkräfte gewalttätig angegangen. Geht es uns eigentlich zu gut?

Ich frage mich das wirklich, denn ehrlich gesagt ist weniger manchmal viel mehr. Wir hatten in den letzten Wochen weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger Stress und damit mehr Zeit für uns, mehr Zeit um draußen zu sein, mehr Zeit für Ruhe. Sicherlich konnten wir hier und da nicht das einkaufen, was wir sonst immer gewöhnt waren. Doch hatten wir wirklich Mangel? Wahrscheinlich nicht einmal an Klopapier!

Und dennoch wird gebruddelt. Haben wir das wirklich nötig? Hilft uns das etwa weiter? Die Bibel schlägt uns einen anderen Weg vor: „Ein wohlerzogener Mensch ist mit wenig zufrieden und muss in seinem Bett nicht stöhnen.“ So heißt es in den Weisheitssprüchen von Sirach 31,19. Wir können mit wenig zufrieden sein. Das haben die letzten Wochen gezeigt. Und dennoch hatten wir genug. Darum müssen wir nicht stöhnen, sondern können beruhigt schlafen. Wenn man so will, dann hat Gott uns auch in dieser Zeit versorgt. Wäre da Dankbarkeit und Zufriedenheit nicht ein besserer Umgang als über alles und jeden zu bruddeln? Nun, im Gebet von Psalm 116,7 fordert sich der Beter selber zur Zufriedenheit auf: „Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.“

Ich wünsche Ihnen Zufriedenheit in Ihrer Lebenssituation!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 18. Mai 2020

Der fürsorgliche Gott

An Ostern, Weihnachten und Pfingsten denken wir an die Heldentaten mit denen Gott die Welt verändert hat. An die Großereignisse durch die er zeigt wie mächtig und zu was er fähig ist – auch wenn sie oft im Stillen oder ganz heimlich geschehen. Ich bin froh über diese Seite von Gott, diese starken Eigenschaften. Unsere Welt und wir als ihre Menschen haben sie sehr nötig.

Es gibt eine Charaktereigenschaft von Gott, die mich nochmal auf andere Weise berührt: Seine Fürsorge. Sein liebevoller Blick. Wie er jeden von uns (an)sieht in unserer Menschlichkeit, unseren körperlichen Bedürfnissen. Dass er die nicht leugnet oder darüber hinweggeht, sondern sie beachtet und ihnen fürsorglich begegnet.

Zum Beispiel bei dem Propheten Elia, der nach einem krassen Arbeitseinsatz ziemlich erledigt ist (1. Könige 19,5+6) Gott hat nicht direkt den nächsten Auftrag für ihn, sondern sieht seine Erschöpfung. Er lässt ihn Pause machen, ausruhen, versorgt ihn durch einen Engel mit Wasser und Nahrung. Elia darf erst mal nur essen, trinken, schlafen - einfach sein. Versorgt vom fürsorglichen Gott.

Oder der auferstandene Jesus, der in Johannes 21 seine Jünger am See Genezareth trifft und feststellt: „Kinder, habt ihr nichts zu essen?“. Die Jünger verneinen, denn sie haben die ganze Nacht nichts gefangen. Daraufhin schenkt Jesus eine riesen Fischbeute und schmeißt am Seeufer eine Grillparty für seine Lieben. Mit Fisch, Brot und allem Drum und Dran. Bevor und trotz den wichtigen Dingen die er mit ihnen zu besprechen und zu klären hat. Jesus hat die Grundbedürfnisse seiner Jünger im Blick und begegnet ihnen. Umsorgt vom fürsorglichen Gott.

Er sieht auch uns und das was wir gerade brauchen. Egal wie klein und menschlich es ist. Mitten in Corona wo die Welt doch wahrlich größere Probleme hat. Er redet unsere Bedürfnisse nicht klein, sondern nimmt sie ernst und begegnet uns darin.

Der große mächtige Weltumwälzer - ein fürsorglicher Gott.

Was für ein Geschenk.

Herzliche Grüße,
Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Samstag, den 16. Mai 2020

Heute sind in den Herrnhuter Losungen Worte aus Lukas 21,33 zu finden: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“

Im 21. Kapitel des Lukasevangeliums hält Jesus sich in Jerusalem auf. Es ist seine letzte Woche als Mensch auf dieser Erde. Die Leute strömen scharenweise in den Tempel, um ihn zu hören. Aber seine Worte von damals sind auch an uns heute gerichtet.

Denn die Ereignisse, um die es in diesem Kapitel geht – Kriege, Erdbeben, Hungersnöte, Seuchen –, finden bis heute statt.

Auf dem Bild ist ein Modell des zweiten Tempels in Jerusalem zu sehen. Für Juden und damit auch für die Jünger von Jesus war der Tempel der Mittelpunkt der Welt.

Jesus spricht davon, dass dieses wichtige Gebäude zerstört werden wird. Die Jünger können sich das nicht vorstellen. Sie sind davon überzeugt, dass der Tempel ewig bestehen und Jesus für immer da sein wird.

Aber Jesus macht ihre Vorstellungen zunichte. Er erklärt ihnen, dass nicht ein Stein auf dem anderen bleiben wird. Und so geschieht es auch im Jahr 70 n.Chr., als die Römer ihn nur wenige Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten zerstören.

Auch wir merken in diesen Tagen: Vieles hat sich in sehr kurzer Zeit geändert. Das hätte niemand für möglich gehalten. Immer noch sind zuvor stark frequentierte Einrichtungen geschlossen. Großveranstaltungen werden gar nicht erst stattfinden. Die Reisefreiheit ist weiterhin stark eingeschränkt. Viele haben Angst vor Krankheit. Andere vor den Folgen des Lockdowns. Und wieder andere vor beidem. Mancher denkt vielleicht: „Das ist doch alles halb so schlimm.“ Aber an den zahlreichen Berichten über die Zunahme häuslicher Gewalt ist zu erkennen, dass viele Menschen sehr wohl aufgrund der massiven Veränderungen in starker Anspannung leben.

Immer noch kommen weitere Veränderungen und Verordnungen. Auch in dieser Woche erhielt ich wieder einen mehrseitigen Brief des Kultusministeriums mit neuen Anweisungen darüber, wie es in den Schulen weitergeht. Die Verordnungen von letzter Woche sind nicht mehr aktuell. Das, was am Nachmittag noch stundenlang in einer Videokonferenz, an der ich teilnahm, besprochen wurde, gilt am Abend schon nicht mehr.

Die Worte von Jesus jedoch gelten immer noch, auch in dieser Zeit.

Er sagt uns heute, dass wir – auch wenn die Welt durch die Ereignisse in ratloser Angst erstarren sollte – mit Hoffnung und Erwartung durch diese Geschehnisse mitten hindurchgehen können.

Denn diese Ereignisse sind – über einen langen, uns unbekannten Zeitraum – Vorzeichen dafür, dass Jesus wiederkommen und alles neu machen wird. Und darauf können wir uns jetzt schon freuen, wenn wir uns bei ihm geborgen wissen. Es lässt sich ein wenig mit einer bevorstehenden Reise vergleichen, die man sich schon immer gewünscht hat. Man beschäftigt sich mit dem Ort, zu dem man reisen will, holt Infos ein, schaut wie das Wetter dort ist usw. Im Alltag schwingt der Gedanke stets mit: „Bald ist es soweit. Bald bin ich in ...“ Vieles, was uns normalerweise das Leben schwermachen will, erscheint uns irgendwie leichter als sonst.

Wer sich an Jesus und seine Worte hält, braucht nicht in ratloser Angst zu erstarren. Er kann zuversichtlich durch den Tag gehen und in dieser Weise auch seine Aufgaben erledigen.

Die Menschen damals merkten: Es ist gut, sich in der Nähe von Jesus aufzuhalten.  Deshalb kamen sie in Scharen in den Tempel. Deshalb wollten sie seine Worte hören und in sich aufnehmen.

Wir können Jesus noch nicht sehen, aber seine Worte können wir zu jeder Zeit lesen. Oder im Gottesdienst hören, der ab morgen wieder in der Martinskirche stattfinden wird. Live oder in der Audioaufnahme auf der Homepage unserer Kirchengemeinde.

Ihnen wünsche ich heute einen Tag voller Hoffnung und Erwartung!
Ihre Gemeindediakonin Schwester Bettina Wolf

Freitag, den 15. Mai 2020

„Diese Veranstaltung muss leider entfallen.“ So war es in den letzten Wochen oft zu lesen. Egal ob Frühjahrskonzert, Volksfest, Spieltag oder Gottesdienst. Jede öffentliche Veranstaltung wurde aufgrund der Sicherheitsmaßmaßnahmen vor dem Corona-Virus gecancelt. Plötzlich war man allein zuhause, aber dabei brauchen wir das Zusammenkommen, die Begegnungen und das soziale Miteinander.

Angesichts der Not und des Leides, die diese Pandemie weltweit nach sich zieht, mag man fragen, wo denn Gott in all dem ist. Muss er etwa auch entfallen? Hat er uns verlassen? Sind wir auf uns allein gestellt?

Ich finde es interessant, dass diese Krise mitten in die Passions- und Osterzeit fällt. Das Leiden Jesu Christi zeigt, dass Gott sich nicht von der Welt abgewandt hat. Vielmehr hat er sich uns ganz gewidmet und geht das Leben mit uns auch durch Krankheit und Tod. Jesus Christus starb einen qualvollen Tod am Kreuz. Doch er blieb nicht tot, sondern hat den Tod überwunden und ist auferstanden. Dies macht Hoffnung auch für uns. Denn nach seiner Auferstehung hat er uns versprochen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20)

Vielleicht ist diese Nähe Gottes im Moment nur schwer zu fassen. Aber immerhin können wir ab dieser Woche wieder miteinander Gottesdienste feiern. Diese müssen nicht mehr entfallen.

Mögen Gott Sie heute seine Nähe spüren lassen.
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Donnerstag, den 14. Mai 2020

HILFE?! Überall wird gerade Hilfe angeboten – und das ist gut so.  Als Kehrseite davon wird gebeten, um Hilfe zu bitten – und das ist, so zumindest meine Erfahrung, weitaus schwieriger… Darin war ich noch nie gut. Welche Erfahrungen haben Sie, mit dem um Hilfe bitten? Wieviel „Kopf“ machen Sie sich darüber? Zum Einen überlege ich mir, kann der- oder diejenige überhaupt helfen. Und dann stelle ich fest, dass ich mir Gedanken mache, was kann ich denn überhaupt noch frei heraus fragen und was ist gerade nicht angebracht? Ich werde gehemmter, vielleicht auch vorsichtiger. Kürzlich bin ich über einen Vers aus Hebräer 4,16 gestolpert: „Wir wollen also voll Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten, damit er uns sein Erbarmen schenkt und uns seine Gnade erfahren lässt und wir zur rechten Zeit die Hilfe bekommen, die wir brauchen.“  Was für eine Zusage, wir dürfen vor den Thron Gottes kommen, um dort rechtzeitig die Hilfe zu bekommen, die wir brauchen. Und wir dürfen uns dorthin aufmachen mit Zuversicht, oder andere Übersetzungen nutzen Worte wie freimütig, ohne Angst. Unser Gott empfängt uns mit offenen Armen. Es gibt von Gottes Seite kein „das ist jetzt aber ein viel zu kleines Anliegen“. Mir tut es so gut, einen Gott zu haben, der auf dem Thron sitzt und der mich gleichzeitig freundlich empfängt. Es ist so gut, dass ich bei ihm Hilfe finde. Ja, und manchmal entdecke ich in mir auch diese Abwägungen: „Kannst du damit jetzt zu Gott kommen oder ist das nicht vielleicht viel zu banal“. Ich möchte mir aber keine ängstliche Vorsicht gegenüber Gott aneignen. Ich möchte mich und Sie ermutigen, immer wieder neu vor den Thron Gottes zu kommen, um dort Hilfe zu erfahren. Und das voller Zuversicht, ohne vorsichtiger oder gar ängstlicher Zurückhaltung. Und wenn ich ehrlich bin, möchte ich diese Zuversicht auch gegenüber Menschen leben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, freudiges „um Hilfe bitten“.
Ihre Sara Luginsland

Mittwoch, den 13. Mai 2020

„Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und wenn ich auch wanderte im finsteren Todestal, so fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.“ Psalm 23

In diesem sehr bekannten Psalm blickt David in einer stürmischen Zeit auf sein bisheriges Leben zurück. Er erkennt, dass Gott ihm in allen Lebenslagen beigestanden ist. Das heißt nicht, dass in Davids Leben alles glatt gelaufen ist, denn gerade David hat einiges in seinem Leben durchmachen müssen. Aber trotzdem stellt er anhand mehrerer Beispiele im Psalm fest, dass der HERR ihm Beistand ist und Gnade schenkt. Für den HERRN benutzt er dabei das Bild eines Hirten. Ein Bild, dass damals oft für Könige verwendet wurde und im Neuen Testament auch auf Jesus angewendet wird.

Schafe folgen ihrem Hirten, sie kennen sogar die Stimme ihres Hirten. Das ist ein wunderschönes Bild von der Beziehung zwischen Gott und der Gemeinde. Wir, die Schafe Christi kennen auch die Stimme unseres guten Hirten. Wir finden darin Heil und Freiheit indem wir dem folgen, der uns anleiten möchte. Der gute Hirte schenkt uns das ewige Leben, denn er hat sein eigenes Leben für die Schafe gegeben (Joh. 10,11). Tausende Jahre nach David dürfen wir wie er in allen Lebenslagen wissen, dass wir einen Beistand und eine Hoffnung auf die Ewigkeit haben. Auf diese gilt es in voller Vorfreude hinzuleben, denn durch Christus ist uns die Gnade für das ewige Leben gegeben.

Ihr Jugendmitarbeiter Steffen Epple

Dienstag, den 12. Mai 2020

In den letzten Wochen musste ich beim Gießen im Garten fast täglich den Wasserhahn anzapfen. Es war so ungewöhnlich trocken, dass die Regentonne vollkommen leer war. Doch Gott sei Dank kam aus dem Wasserschlauch genug Wasser. Ich musste nur den Hahn aufdrehen und schon floß das Wasser.

Wenn es im Leben nur immer so leicht wäre. Einfach den Hahn aufdrehen und schon ist die Krise überwunden. Doch so einfach ist das leider nicht. Wir Menschen sind kein Wasserschlauch, bei dem auf Knopfdruck immer die geforderte Leistung oder sogar Lösung herauskommt. Wir gleichen eher einer Regentonne. Erst wenn wir gefühlt sind, dann können wir auch etwas davon abgeben. Und wenn wir überfließen, dann fällt das leisten viel leichter.

Bernhard von Clairvaux hatte diese Erkenntnis schon vor 900 Jahren. Er sagt es so:

"Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal,
der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt,
während jene wartet, bis sie gefüllt ist.
Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter.

Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen
und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott.
Die Schale ahmt die Quelle nach.
Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist,
strömt sie zum Fluss, wird sie zur See.
Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen.

Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen.
Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst.
Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut?
Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle, wenn nicht, schone dich."

(Bernhard von Clairvaux)

Egal ob als Regentonne oder als Schale: Wovon wollen Sie sich heute füllen lassen?

Möge Gott Sie heute überreich füllen mit sich und seinem Segen!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 11. Mai 2020

„Jeden Morgen ereignet sich im Kleinen Ostern:
leuchtet der Ostermorgen in unser Leben hinein.
Jeden Morgen drängt Gott aufs Neue alle Kälte und
Dunkelheit zurück, wälzt den Stein vom
finsteren Grab und erschafft uns neue Zukunft.“

Wie gut. Jeden Morgen dürfen wir befreit aufstehen, Arme und Hände ausbreiten, den Kopf in den Nacken legen, uns vielleicht von der Sonne das Gesicht bescheinen lassen – und frei atmen. Frei – ohne Mundschutzeinschränkung, frei – trotz Corona oder gerade jetzt - weil gilt: Jesus hat es frei und weit gemacht in uns. Halleluja. Wie gut.

Die Zeilen oben stammen aus einem Morgengebet der evangelischen Kirchengemeinde Hirsau. Auf der Homepage amen-atmen.de heißt es dazu:

„Die Praxis der Tagzeitengebete stammt ursprünglich aus den Klöstern. Bis zu sieben Mal am Tag unterbrechen Mönche und Nonnen dort ihr Denken und Tun und verbinden sich mit Gott.
Hier findest du einige (Tagzeiten)Gebete, die dich in deinem Alltag begleiten möchten. Wir glauben, dass es gerade in diesen schwierigen Zeiten gut und heilsam ist, unseren Tagen eine Struktur, einen Rhythmus zu geben und uns regelmäßig mit Gott zu verbinden.“

Mir fällt es nicht immer leicht, mein Tun zu unterbrechen. Oder sogar morgens bevor ich überhaupt etwas Anderes mache mich als erstes mit Jesus zu treffen. Gleichzeitig erlebe ich, dass es mir sehr gut tut. Dass es mir hilft mich nicht von meinen oder äußeren Ängsten und Zwängen durch den Tag jagen zu lassen, sondern aus seiner Ruhe und der Osterfreiheit heraus in die Zeit die vor mir liegt zu gehen. Und dem was der Tag mit sich bringt von dieser Grundlage her zu begegnen.

„Herr Jesus Christus!
Am Morgen dieses anbrechenden Tages komme ich zu dir.
Gemeinsam mit dir schaue ich auf das, was heute auf mich
zukommt und sage dir, worum ich dich konkret bitte.“

So wird es in dem Morgengebet formuliert. Manchmal helfen Formulierungen an denen man sich entlanghangeln kann. Natürlich kann man auch einfach frei mit Gott reden.

Auf amen-atmen hat man die Möglichkeit sich diese Tageszeitgebete anzuhören (mit oder ohne Musik) oder sie als pdf herunterzuladen und selber für sich durchzuführen.

„Herr, du bist hier. Jetzt. In diesem Moment.
Und schaust mich liebevoll an.“

Gesegnete Zeit, Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Samstag, den 9. Mai 2020

Die Monsterwellen kommen. Und Sebastian Steudtner freut sich so sehr, dass er schnell seine Sachen packt, weil er sie begrüßen will. Der Nürnberger ist einer der weltbesten Big-Wave-Surfer. Als Hochleistungssportler muss er Körper und Geist das ganze Jahr über in Form halten, damit er am Tag X in der Lage ist, sich im Grenzbereich zu bewegen. Was so elegant und spielerisch leicht aussieht, wenn er übers Wasser gleitet, ist harte Arbeit. Er trainiert täglich. Er selbst sagt: „Du musst die Fitness haben, damit du die Welle surfen kannst und den Kopf frei hast.“

500.000 Tonnen wiegt so eine Extremwelle und sie ist bis zu 70 km/h schnell. Stürzt man in so einer Welle, so ist das wie ein Fall auf Beton. Kommt man in das Weißwasser, so wird man wie in einer Waschmaschine herumgeschleudert und muss damit rechnen, minutenlang nicht mehr atmen zu können bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Aber es kommt Sebastian Steudtner beim Surfen nicht auf den Weltrekord an. Das ist für ihn ein Nebenprodukt. Es kommt ihm darauf an, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und die beste Leistung zu erbringen. Entscheidend neben der guten Vorbereitung ist nicht die Muskelkraft. Was sollte jemand mit 80 kg Körpergewicht auch schon gegen 500.000 Tonnen ausrichten können? Entscheidend ist laut Sebastian Steudtner: „Wie gehst du in die Welle rein, welche ist die richtige Linie? Es ist eine Entscheidung, die ganz schnell gefällt werden muss. Eine Sekundenentscheidung.“

So war es auch bei David im Kampf gegen Goliath (1. Samuel 17). Für ihn war auch entscheidend, mit welcher Einstellung und mit welcher Taktik er gegen den Riesen vorgehen musste.
Seine Einstellung war: „Gott gehört alle Ehre und dieser Riese lästert gegen Gott. Weil ich für Gottes Sache kämpfe, kann er mir auch den Sieg schenken, wenn er will.“

Auch David war trainiert. Er hatte als Schafhirte geübt – im Vertrauen auf Gott – , sich mit großen Tieren wie Löwen und Bären auseinanderzusetzen. Dieser Riese war noch größer. David war darauf vorbereitet.
Er wusste, dass er nur mit den Mitteln kämpfen konnte, mit denen er auch schon vorher trainiert hatte. Mit seiner Schleuder und dem Rechnen, dass Gott eingreifen kann.

Der Riese trat plötzlich in sein Leben. So ist es auch mit unserem Leben. Riesen können plötzlich auftreten. Jeder von uns hat seine eigenen Riesen, die eigentlich zu groß zu sein scheinen. Die Angst vor einem unerforschten Virus, das Verschieben einer Abschlussprüfung aufgrund der Pandemie, Existenzängste, die Kombination von Homeoffice und Homeschooling usw.

Wie begegnen wir diesem Riesen? Mit welcher Einstellung? Können wir so wie David sagen: „Es ist Gottes Kampf“? Oder bleiben wir ratlos stehen, so wie König Saul und seine Soldaten?

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren Riesen im Vertrauen auf Gottes Eingreifen begegnen können.
Ihre Gemeindediakonin Schwester Bettina Wolf

Morgen, am Sonntag, können Sie wieder die Gottesdienstangebote im Internet, TV oder Radio nutzen. Vielleicht möchten Sie auch gerne Ihre Nachbarn oder ältere Gemeindeglieder ohne Internetanschluss mit einer ausgedruckten Predigt unserer Kirchengemeinde überraschen, indem Sie diese einfach – evtl. mit einem persönlichen Gruß versehen – in den Briefkasten werfen oder an der Tür abgeben.

Freitag, den 8. Mai 2020

Schöpfungsfreude

„Es tut mir so gut draußen in der Natur zu sein“. Den Satz hab ich in letzter Zeit oft gehört, online von den Mädels aus dem jungen-Erwachsenen-Hauskreis in Dagersheim und von einem Jugendmitarbeiter aus Magstadt, der seit Corona jeden Tag spazieren geht.

Meinem guten Freund Paul Gerhardt, dem Pfarrer und Liederdichter aus dem 17. Jahrhundert ging es wohl ähnlich:

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben."

In den nächsten Versen freut er sich an frühlingsfrischen Bäumen, Blumen, Vögeln, Schafen, Wildtieren, Bienen, „Bächlein“ und am wachsenden Weizen. Ich glaube das ist eine heilsame Sache: Natur betrachten, Details anschauen und staunen über die vielen Wunder, die darin versteckt sind. Das ist eine heilsame Sache gerade jetzt wo sich so vieles ändert und nicht mehr so ist wie gewohnt. Die Regeln und Abläufe der Natur sind noch die gleichen. Natur tut unserer Seele gut.

Und wenn wir all das nicht nur als Natur, sondern als Schöpfung ansehen, öffnet sich nochmal ein weiterer Horizont. Dann weist uns diese Schöpfung hin auf den, der sich das alles ausgedacht hat und auf dessen Wesen. Schöpfung zeigt uns wie kreativ, detailgenau, wunderbar dieser Gott ist – und wie viel Humor er haben muss (man denke an Entenpopos, die in die Luft ragen, Vögel die hüpfen, Kamele, die kauen… )
Auch Paul Gerhard in seinen Zeilen wendet den Blick von der Natur hin zum Schöpfer:

„Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen,
aus meinem Herzen rinnen.“

Ich liebe diese Verse, da klingt so viel Begeisterung heraus – unbändige Schöpfungsfreude. Schöpfung tut unserer Seele gut. Und führt uns dazu den Schöpfer zu bejubeln. Auch das ist heilsam für unsere Seele.
Übrigens – nicht nur Paul Gerhardt und „meine“ jungen Erwachsenen machen diese Erfahrung. Sondern auch der kleine Schneemann Olaf aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“. Wie wär´s wenn wir es ihnen allen nachmachen?

Herzliche Grüße und viel Schöpfer/-ungs-Freude in den neuen Tag,
Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Donnerstag, den 7. Mai 2020

Wann sind Sie denn das letzte Mal gestolpert? Und über was sind Sie gestolpert? Erinnern Sie sich noch? In vielen Ortschaften und Städten gibt es Stolpersteine, die absichtlich so gelegt wurden. Man soll ganz bewusst über diese Steine stolpern. In der Regel sind es Pflastersteine, die etwas höher liegen als die anderen und die sich auch farblich abheben. Auf ihnen sind Namen von Menschen zu lesen, die während des Dritten Reiches deportiert wurden. So sollen uns die Stolpersteine erinnern, diesen Schrecken nie wieder zu vergessen und auch nie wieder geschehen zu lassen.

An den Schrecken von Corona muss man derzeit nicht erinnert werden. Die Krise ist mit den Gesichtsmasken ja kaum zu übersehen und wirkt sich durch ihre Einschränkungen auf alle unsere Lebensbereiche aus. Dabei geht eines gerade ein bisschen unter: Die Hoffnung wird vergessen. Über sie stolpert man im Krisenmodus kaum noch dabei. Hierfür bräuchten wir aktuell Stolpersteine, die uns an die Hoffnung erinnern, die Gott uns Menschen eröffnet.

Die Konfirmanden haben gestern solche Stolpersteine der Hoffnung gestaltet und im Ort verteilt. Vielleicht entdecken Sie ja einen dieser Steine und stolpern über die Hoffnung. Und vielleicht wollen Sie ja bei dieser Aktion auch mitmachen und weitere Stolpersteine der Hoffnung gestalten und verteilen.  In der Bibel heißt es, dass wir Menschen selbst lebendige Steine sind, die anderen Hoffnung machen sollen. Dazu braucht es nicht viel: Ein aufmunterndes Wort, eine helfende Tat, eine kleine Aufmerksamkeit oder vielleicht ein Stolperstein der Hoffnung.

Mögen Sie heute über die Hoffnung stolpern!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Mittwoch, den 6. Mai 2020

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ (Psalm 119, 105)

Ich liebe Kuchen. Ein Sonntagsfrühstück ohne leckeren, selbstgemachten Kuchen ist für mich kein guter Start in den wöchentlichen Feiertag. Die Backrezepte unserer Lieblingskuchen kennen meine Frau und ich schon fast auswendig.

Dabei gibt es aber nicht nur Rezepte zum Kochen oder Backen, Ärzte z.B. verschreiben auch Rezepte. Oder es gibt sogar ganze Lebensrezepte die einem den Weg zum Glück zeigen sollen.

Von Gott haben wir auch so ein Rezept bekommen, allerdings ist das kein Backrezept, sondern eine Anleitung für unser ganzes Leben. Zu finden ist es in der Bibel, Gottes Wort.

Die Bibel enthält viele Ideen für unser Miteinander, Antworten auf Fragen unseres Lebens und überhaupt das Glaubensleben und wie wir unseren Gott anbeten können. Und das sind nur ein paar Beispiele, wer sie liest entdeckt darin noch viel mehr.

Leider ist das heutzutage vielen Menschen egal. Sie denken, dass sie ihr Leben selbst managen können. All ihre Hoffnung setzen sie auf ihr Geld, Gesundheit oder sonst irgendeine eigene Kraft. Manchmal reicht das jedoch nicht aus, spätestens beim Tod. Es ist schade, dass sie Gott noch nicht entdeckt haben, denn er bietet uns eine ganz andere Hoffnungsquelle. Jesus ist diese Hoffnungstankstelle, bei der man kostenlos auftanken darf. Die Bibel ist das gute Rezept für unser Leben, in der wir Hoffnung erleben können.
Zum einen können wir darin aus Geschichten lernen, wo Menschen gescheitert sind. Ganz am Anfang stehen Adam und Eva, die nicht auf Gottes Gebot gehört hatten (1. Mose 3). Der ägyptische Pharao, der Gott nicht als den Herrn anerkannte (2. Mose 5). Oder aber der reiche Kornbauer, der nur an sich selbst dachte (Lukas 12).

Zum anderen können wir aber noch mehr von den vielen Menschen lernen, die mit Gott leben und von Jesus begeistert sind. Paulus, Petrus oder Johannes sind dafür hervorragende Beispiele in der Bibel. Sie haben Jesu in ihrem Leben immer wieder neu als ihren Herrn angenommen.

Wie der Psalm-Schreiber können wir dann sagen: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ Auch in dieser Corona-Zeit!

Und falls Sie noch einen leckeren Kuchen für nächsten Sonntag benötigen, probieren Sie doch einmal folgendes Rezept aus. Viel Freude beim Genießen!
Ihr Jugendmitarbeiter Steffen Epple

Dienstag, den 5. Mai 2020

Haben Sie Ihren Kalender zuhause schon umgeblättert? Bei mir dauert das manchmal die ersten Tage im neuen Monat. Doch inzwischen ist auch mein Kalender auf dem aktuellen Stand. Für den Monat Mai ist da folgendes Zitat von Dietrich Bonhoeffer zu lesen:

„Ich glaube, dass uns Gott in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.
Aber er gibt es nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.“

Irgendwie fühle ich mich da ertappt. Ich bin zwar kein Prepper, aber doch gerne vorbereitet. Wie viele andere von uns bin auch nicht davor gefeit zu hamstern. Vielleicht nicht unbedingt Klopapier, aber von Widerstandskraft kann man nie genug haben, oder? Ein Vorrat kann da nicht schaden!

Nun, Dietrich Bonhoeffer sieht darin einen Schaden. Nämlich, dass wir Menschen uns auf unsere eigene Kraft verlassen und nicht mehr Gott vertrauen. Dadurch aber verliert der Glaube an Gott seine Wirkung. Er trägt keine Hoffnung mehr in sich und Kraft kann er auch nicht mehr verleihen, denn die muss ja schließlich von mir selbst kommen.

Gott gibt jedoch nicht im Voraus, sondern rechtzeitig und genug für jede Notlage. Ich muss da unweigerlich an die Wüstenwanderung der Israeliten denken. Gott versorgte sein Volk täglich neu mit Mana, mit Brot vom Himmel. Diejenigen, die mehr als das tägliche Brot sammelten, wurden am nächsten Tag enttäuscht, denn es war schlecht geworden. Aber das machte nichts, denn Gott gab ja auch diesem Tag wieder genug zu essen.

So gesehen braucht man eigentlich keine Angst vor der Zukunft haben. Denn Gott versorgt uns Tag für Tag, Monat für Monat, auch wenn der Kalender etwas zu spät umgeblättert wird.

Möge Gott Sie heute mit genug Widerstandskraft für diesen Tag ausrüsten!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 4. Mai 2020

Heute habe ich keine Bibelstelle für Sie. Heute möchte ich Ihnen meine persönliche Begegnung mit Gott erzählen. Nach einer Zeit in der ich für Sie Andachten geschrieben habe und auch für die Juleica (ein Kurs, der einen zum Jugendleiter ausbildet) einige Fragen zu meinem Glauben und Gott beantworten musste und auch wollte, habe ich mir die Frage gestellt, wann genau ich so richtig zu Gott gefunden habe.

Ich habe immer irgendwie an Gott geglaubt, aber nie so wie ich es jetzt tue. Lange ist mir dazu nichts eingefallen. Bis ich eines Abends online ein Live Video über Glück und den Bezug zu Gott gesehen habe. Das alles hat mich irgendwie berührt und zum Nachdenken angeregt. Und als ich dann mal wieder meinen Schreibtisch aufgeräumt habe, ist es mir wieder eingefallen.

Gott ist mir in einer Predigt begegnet. Jedes Jahr gehen wir Jugendlichen und alle Anderen, die Lust haben, zu einer christlichen Veranstaltung des Landesjugendwerks. Sie heißt Younify. Dort bin ich letztes Jahr Gott begegnet. In einer Predigt von einem Mann, ist mir Gott begegnet. Er hat davon erzählt, dass er Brite ist und eine große Familie hat, in der viele auch adoptiert sind. Er da aber überhaupt keinen Unterschied macht und ihnen immer sagt: „In unserer Familie wirst du immer angenommen und wirst geliebt, egal was du machst oder tust.“ Und da ist mir irgendwie Gott in dieser Predigt erschienen. Ich saß da und haben diesem Mann zugehört, wie er einfach über sich und seiner Familie geredet hat und dadurch auch den Bezug zu Gott hergestellt hat. Er hat Gott und sich als Prediger so menschlich dargestellt, wie es noch nie jemand davor geschafft hat. Finde ich jedenfalls. Durch diese Predigt ist mir Gott erschienen. Ich war so ergriffen und bewegt von seiner Geschichte und seiner Verbundenheit zu Gott, dass es mich einfach zu Tränen gerührt hat. Ich saß unter vielen Menschen und war zu Tränen gerührt. Ich weine nicht gerne und schon gar nicht vor Menschen und ich musste mich zusammenreißen, um nicht in Tränen auszubrechen. In diesem Moment fand ich das irgendwie komisch und ich war noch nicht bereit dafür. Ich wusste nicht, was genau das jetzt ist und was ich damit anfangen soll. Ob ich jetzt mein ganzes Leben umändern muss oder was genau Gott mir damit sagen wollte. Ich wünschte, es wäre mir früher klargeworden, da ich mich echt gerne bei diesem besonderen Menschen bedanken würde dafür, dass er mir Gott in seiner Predigt gezeigt hat.

Somit ist dieser Moment erst mal in Vergessenheit geraten. Früher habe ich schon irgendwie an Gott geglaubt. Das haben wir alle in unserer Familie. Heute bin ich davon fest überzeugt, dass es ihn gibt und ich möchte auch gerne Anderen davon erzählen. Von Gott und meinem Glauben.

Deswegen habe ich irgendwann Sarah mal erzählt, dass ich auch gerne einmal eine Predigt oder so was in der Art schreiben möchte. Damals kannte ich die Form der Andacht noch nicht und sie hat es sich gemerkt. Später kam sie auf mich zurück und meinte vor Corona, dass ich für unseren Mitarbeiterabend mal eine Andacht schreiben könnte, wenn ich immer noch daran Interesse hätte. Und die hatte ich. Dann kam jedoch alles anders und nun schreibe ich hier für Sie Andachten.

Ich hoffe auch, dass ich irgendwann mal einen Menschen so berühren werde, wie dieser Brite, Vater, Prediger es bei mir geschafft hat.
Ihre Jugendmitarbeiterin Annemarie Kajsa Salzgeber

Samstag, den 2. Mai 2020

„Wir befinden uns momentan in einer Ausnahmesituation, die für jeden Einzelnen von uns und für unsere Gesellschaft eine bislang unvorstellbare Belastungsprobe darstellt.“ Diese Worte unserer Kultusministerin Susanne Eisenmann – gerichtet an die Eltern und Erziehungsberechtigten –erreichten mich per Rundmail, als ich gerade über das „Wort der Hoffnung“ für heute nachdachte.

In diesem Schreiben bittet Frau Eisenmann um Verständnis dafür, dass die einzelnen Jahrgangsstufen erst nach und nach und unter hohen Sicherheitsauflagen wieder die Schulen besuchen können. Und dass die Notbetreuung weiterhin nicht für alle offen sein kann. Für ältere wie jüngere Kinder ist das sehr schwer. Auch für die meisten Eltern.

Für uns alle ist diese Zeit eine Belastung. Wobei die Belastung nicht für alle gleich hoch ist. Aber für alle von uns gilt: Wir wissen nicht wann das Leben wieder normal laufen kann. Es ist wie bei einem Verkehrsstau, in den man gerät. Und man fragt sich: „Werde ich hier jetzt 10 Minuten stehen oder drei Stunden oder noch länger?“

Wie gut ist es da zu wissen, dass Gott den Überblick hat. Für ihn ist schon jetzt klar, wann diese Situation aufhören wird. Für ihn ist es – angesichts der Ewigkeit – nur eine kleine Zeit. So heißt es in 1. Petrus 5,10: „Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.“

Gott will uns aufrichten. Nicht irgendwann, sondern jetzt schon. Und nicht nur in Belastungen, die aufgrund von Corona entstehen. Das können auch böse Gerüchte sein, die jemand über uns verbreitet (1. Petrus 3,16). Oder ungerechte Vorgesetzte (1. Petrus 2,18). Eine chronische Krankheit, die gerade erst zum Ausbruch gekommen oder schon über viele Jahre da ist. Ein unguter Streit, der schon Jahre schwelt und sich nicht beilegen lässt.

Gott will uns aufrichten. Er benutzt ganz unterschiedliche Möglichkeiten dazu. Das kann durch die ermutigenden Worte eines Menschen geschehen. Durch Musik. Durch ein Bild. Durch ein Wort der Bibel. Durch einen (hoffentlich bald wieder real stattfindenden) Gottesdienst. Durch einen Gang in der Natur.
Er will, dass wir seine Kraft erfahren. Nicht erst nach der Situation, die uns belastet, sondern mittendrin. Und das kann immer wieder neu geschehen. Diese Erfahrung kommt auch in dem Lied „Wie oft hast du mich aufgerichtet“ zum Ausdruck. Gott will, dass wir fest stehen, indem wir uns an seine Zusagen halten und uns nicht von den vielen Nachrichten verwirren lassen.

Ihnen wünsche ich diese Gewissheit: Gott hat den Überblick. Er lässt uns nicht im Stich.
Ihre Gemeindediakonin Schwester Bettina Wolf

P.S.: Morgen, am Sonntag, können Sie wieder die Gottesdienstangebote im Internet, TV oder Radio nutzen. Vielleicht möchten Sie auch gerne Ihre Nachbarn oder ältere Gemeindeglieder ohne Internetanschluss mit einer ausgedruckten Predigt unserer Kirchengemeinde überraschen, indem Sie diese einfach – evtl. mit einem persönlichen Gruß versehen – in den Briefkasten werfen oder an der Tür abgeben.

Freitag, den 1. Mai 2020

Bist du das Gott?

Vor ein paar Jahren haben wir in der Jungschar die Geschichte erzählt bei der Samuel als Kind nachts von Gottes Stimme geweckt wird (1.Samuel 3). „Samuel“ lag im Döffinger Gemeindehaus auf seinem Bett im Besprechungsraum neben der Küche. Ein Mitarbeiter hatte sich mit einem Megafon in der Küche versteckt und durch die Durchreiche gesprochen: „Samuel!“ Die Jungscharkinder haben sich sehr gewundert wo diese tiefe, brummige Stimme auf einmal herkommt und wer das gesagt hat. In der Geschichte selber denkt Samuel, dass ihn sein Ziehvater Eli gerufen hat. Erst mit dessen Hilfe erkennt er, dass es Gott war.
Ich hab den Eindruck, dass das heute immer noch ähnlich ist. Es ist gar nicht so leicht die Stimmen in einem drin zu sortieren, die schlechten auszusortieren und Gottes Stimme herauszufiltern. Besonders in Krisenzeiten wie gerade mit Corona merke ich, dass sich da viele Lügen bei mir in Kopf und Herz einschleichen und festsetzen wollen.

Wie können wir unterscheiden was von dem allen Gott ist?


Vor ein paar Jahren habe ich dazu einen tollen Vortrag gehört. Der Redner hat folgenden Tipp gegeben: Er hat Gottes Stimme verglichen mit einem Radiosender – oder einer spotifyplaylist - der nur Liebeslieder spielt. Lieder die aufbauen, in die Weite führen, uns sicher auch mal hinterfragen oder einen Tritt in den Hintern geben – ja, aber deren Grundmotiv immer das Beste für unser Leben ist. Er meinte, dass solche positiven und voranbringenden Gedanken über uns und andere Gottes Gedanken sind und wir sie uns „ins Regal stellen oder in eine Schatztruhe packen sollen“. Gedanken und Stimmen die uns oder andere klein machen, niederdrücken, in die Enge führen seien laut ihm nicht von Gott – die sollen wir getrost und direkt „im Klo runterspülen oder in den Mülleimer werfen“.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Vorgehensweise zum Gedanken-Sortiere sehr hilfreich und heilsam ist. Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich...

Herzliche Grüße und viel Sortier-Weisheit,
Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Donnerstag, den 30. April 2020

Gott ist Trost. So sagt es mir das gute, alte Losungsbüchlein. Darin findet man für jeden Tag Worte der Hoffnung aus der Bibel. Heute eben: „Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.“ (Psalm 73,1)

Was gibt Ihnen Trost? Was ist Ihr Trost in dieser blöden Corona-Krise? Ist es das volle Bankkonto? Der sichere Arbeitsplatz? Die Zeit mit der Familie? Die gehamsterten Vorräte an Klopapier, Hefe und Mehl? Vielleicht sogar der negative Corona-Test? Oder doch Gott?

Hinter mir liegen sieben Tage mit vier Beerdigungen. Das ist heftig. Vor allem für die Hinterbliebenen. In den Gesprächen und bei den Trauerfeiern habe ich gemerkt, das Trost nicht gleich Trost ist. Sicherlich können Geld, Familie und Gesundheit Trost spenden. Aber spätestens beim Tod kommen sie an Grenzen. Der Trost von Gott gilt dann dennoch. Er fängt dann erst so richtig an. Denn er schafft in uns Frieden über all das Leid, das wir im Leben so mitmachen müssen. Gottes Trost schenkt ein reines Herz – dennoch und trotz der äußeren Umstände.

Mögen Gott heute Ihr Trost sein!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Mittwoch, den 29. April 2020

Eigentlich wollte ich inzwischen mit meinem Masterstudium an der Universität Stuttgart schon fertig sein. So war zumindest mein Zeitplan, den ich für meine Studienzeit festgelegt hatte. Diesen Zeitplan konnte ich auch bis zum letzten Semester sehr gut einhalten, doch dann kam alles anders.

Ich habe über Monate mit Gott gehadert, warum jetzt plötzlich solch eine Baustelle in meiner Studienzeit ist und ich es nicht schnellstmöglichst abschließen kann. Ich habe es einfach nicht verstanden.
Vor ein paar Wochen hat Gott mir auf wundersame Art und Weise im Gebet die Erklärung geschenkt. Im Nachhinein macht alles für mich Sinn. Inzwischen kann ich dankbar sein, dass seine Wege manchmal unergründlich sind, aber dennoch an ein gutes Ziel führen.

Etwa zeitgleich zu unserem Osterfest haben die Juden dieses Jahr das Passahfest gefeiert, wobei sie sich an den Auszug aus Ägypten erinnern. Diese Geschichte habe ich vor kurzem wieder neu in der Bibel entdeckt (2.Mose 13-14). Es ist auch eine Geschichte, wo Gottes Plan schlussendlich an ein gutes Ziel führt.
Auf der Flucht hat Gott die Israeliten damals nicht auf direktem Weg, sondern über einen Umweg aus dem Land geführt. Dafür hatte Gott seine Gründe, auch wenn die dem Volk Israel damals noch nicht bekannt waren. Die Israeliten flohen geradewegs in eine scheinbar aussichtlose Situation. Vor Ihnen das Schilfmeer, hinter ihnen die ägyptischen Streitkräfte. Wie sollten sie dieser Lage entkommen?

Durch Vertrauen auf Gott! Wenn wir ratlos sind, ist es Gott noch lange nicht. So durfte ich es vor Kurzem ganz persönlich erleben und genauso das Volk Israel vor langer Zeit. Gott kann neue ungeahnte Wege und Perspektiven eröffnen.

Dem Volk Israel hat er damals durch Mose ausrichten lassen: „Habt keine Angst! Wartet ab und seht, wie der HERR euch heute retten wird. Denn ihr werdet diese Ägypter dort nie wiedersehen. Der Herr selbst wird für euch kämpfen. Bleibt ganz ruhig!“ (2.Mose 14,13-14) Was für eine wunderbare Zusage von Gott an die Israeliten!

Am Schilfmeer ließ er durch Mose das Wasser teilen und das ganze Volk konnte hindurchziehen. So fantastisch, so machtvoll und so wunderbar war Gottes Lösung für das Problem. Wir dürfen lernen, dass wir unsere Probleme nicht allein lösen müssen, sondern Gott vertrauen dürfen.

Vergessen wir manchmal die Zeichen, die Gott tut? Nicht nur in der Bibel sind diese aufgeschrieben, denn Gott tut auch heute noch Wunder. Wir sollten uns umhören und uns gegenseitig mit solchen Geschichten ermutigen. Sie können uns ein noch tieferes Vertrauen in Gott schenken.

Nehmen Sie sich doch heute oder in den nächsten Tagen Zeit um selbst in der Bibel, in 2.Mose 13-14 den Auszug aus Ägypten nachzulesen.

Ihr Jugendmitarbeiter Steffen Epple

Dienstag, den 28. April 2020

„Der Herr ist auferstanen!“ Ja, das ist richtig. Und doch ist es falsch. Also, inhaltlich ist es korrekt, denn an Ostern haben wir die Auferstehung von Jesus ja gefeiert. Aber dennoch stimmt etwas nicht daran. Die Rechtschreibung hat nämlich einen Fehler.

Ist es Ihnen aufgefallen? Nun, es fehlt ein kleines „d“ bei auferstanden. So habe ich es mit Kreide am Ostermorgen vor das Pfarrhaus geschrieben. Und seitdem kann man es dort lesen – das falsch geschriebene Wort und die frohe Botschaft von Ostern.

Mein Fehler ist offensichtlich. Und doch stört er gar nicht. Denn er ändert nichts an der Richtigkeit der Auferstehung Jesu. Vielmehr macht seine Auferstehung unsere menschlichen Fehler unbedeutend. Es war ein Fehler, dass Menschen Jesus ans Kreuz gebracht und ihn umgebracht haben. Doch mit seiner Auferstehung hat Jesus diesen Fehler korrigiert. Wie unbedeutend ist da erst mein Rechtschreibefehler?

Und dennoch sehne ich mich nach Regen. Ich sehne mich danach, dass mein Rechtschreibfehler auch sichtbar weggewischt wird und nicht mehr zu sehen ist. Daher ist der Regen für mich ein Zeichen von Vergebung. Er wischt die Kreide weg und schafft so Raum für einen Neuanfang. So wie es Jesus mit der Auferstehung getan hat. Der Tod ist weggewischt und das neue Leben kann beginnen. „Der Herr ist auferstanden!“

Möge Gottes Vergebung heute auch auf Ihr Leben regnen!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 27. April 2020

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Johannes 20, 29).

Sarah und ich haben uns wieder mit einem Bibeltext auseinandergesetzt. Heute war es Johannes 20, 24-31. Wir haben uns wieder viele gendanken gemacht und auch Unklarheiten besprochen. Beispielsweise kam mir die Formulierung „meine Hand in seine Seite lege“ (Johannes 20, 25) komisch vor. Daraus ergab sich, dass man den Gekreuzigten einen Speer in die Seite stach, von denen man dachte, dass sie tot wären, um zu überprüfen ob sie es wirklich waren.

Und Thomas hat gezweifelt. Er hat an Jesus Auferstehung gezweifelt, an Gott und auch an den anderen Jüngern. Er dachte, dass es nicht Jesus war, der die Jünger besuchen kam, als er nicht da war. Er forderte Beweise. Und diese Beweise lieferte ihm Jesus. Er kam zu ihm und wusste, was er verlangt hatte: „Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“. Er kam extra zu ihm um ihm zu zeige, dass er es wirklich war und ist. Er hat sich die Zeit genommen und er war nicht sauer, entrüstet oder enttäuscht über den Unglauben seines Freundes, sondern hat ihm extra die Beweise geliefert, die er haben wollte. Jesus war es wichtig das Thomas glaubt. Ihm ist wichtig das wir alle glauben auch ohne die Beweise, die er Thomas geliefert hat. Auch ohne Zeichen. Das ist schwer, dass wissen wir bestimmt alle. Auf Jesus oder Gott zu vertrauen oder gar auf uns gegenseitig. Wir Menschen zweifeln nun mal gerne, dies liegt uns in der Natur. Jesus aber ist für uns da, immer und überall. Mit seinen Worten: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Johannes 20, 29) meint er uns. Wir sind die die Jesus nicht live sehen und doch glauben.

Jesus nimmt auch unsere Zweifel ernst, so wie die von Thomas. Somit ist auch Jesus für uns da, wie für Thomas, immer und überall.

Vor Jesus dürfen wir ehrlich sein ihm Vertrauen. Unsere ganzen Sorgen und Ängste mit ihm teilen und er wird da sein und zuhören. Er wird tief in uns sein und uns Trost und Stärke geben, damit wir aus diesen Sorgen und Ängsten einen Ausweg finden.

Genießen Sie einen friedlichen Tag in dem vollen Bewusstsein, dass Jesus an Ihrer Seite ist.
Ihre Jugendmitarbeiterin Annemarie Kajsa Salzgeber und Sarah Brenzel

Samstag, den 25. April 2020

Die Jünger von Jesus sind in alle Welt verstreut. Der Apostel Johannes ist verbannt auf die Insel Patmos. Auf dem Bild des Künstlers Sieger Köder befindet er sich in einer düsteren, trostlosen Umgebung. Doch sein Blick geht nicht in diese Umgebung, sondern er ist auf das gerichtet, was über ihm ist. Das, was Gott ihm zeigt. Im Bild ist diese andere Welt in warmen, leuchtenden Farben dargestellt.

Johannes sieht das Ziel Gottes mit der Welt und mit den Menschen. Er sieht einen neuen Himmel und eine neue Erde. Er sieht das neue Jerusalem, von Gott geschaffen (Offenbarung 21,1.2). Die Stadt erscheint als Braut und ist damit ein Bild für die enge Gemeinschaft, die Gott für die Menschen bereithält, die ihm vertrauen.

Er sieht keine Tränen. Alle Schwierigkeiten, alle Angst werden endgültig überwunden sein. Die Ursachen für diese Tränen – Tod, Leid, Geschrei, Schmerz – sind endgültig vorbei.

Der Grund für diese große Veränderung liegt darin: „Das Erste ist vergangen.“ Jetzt leben wir aber – auch als Menschen, die Gott vertrauen, – in der alten Situation: So werden Menschen beispielsweise noch krank. Wir alle müssen noch sterben. Es kommt zwar immer wieder zu Heilungen, die auf Gebete zurückzuführen sind, aber die Regel ist das noch nicht. So ist es nicht ein Zeichen von Unglauben, wenn wir als Glaubende keine Wunder erleben. Durch den Tod und die Auferstehung von Jesus wurde der Bruch der Gemeinschaft zwischen Gott und Menschen aufgehoben. Die Folgen dieses Zerbruchs, der Sünde, sind aber noch spürbar.
Wir können dennoch gewiss sein: Gott selbst macht alles neu. Das hat er selber zugesagt. Dann wird es keinen Tod, keine Tränen und kein Leid mehr geben.

Wir haben nicht solch eine Vision wie Johannes. Aber wir können jetzt schon an jedem neuen Tag unseren Blick abwenden von dem, was uns runterziehen will und uns daran erinnern, was Gott noch vorhat. Deshalb hat Gott zu Johannes gesagt: „Schreib es auf!“, damit wir es heute noch lesen können und auch um dieses Ziel wissen.

So betet auch Paulus für die Gemeinde in Ephesus: „Ich bete, dass eure Herzen hell erleuchtet werden, damit ihr die wunderbare Zukunft, zu der er euch berufen hat, begreift und erkennt, welch reiches und herrliches Erbe er den Gläubigen geschenkt hat“ (Epheser 1,18).

Mit diesen oder eigenen Worten können wir für uns, aber auch für andere Menschen beten. Vielleicht fällt Ihnen jemand ein, der gerade heute eine andere Sichtweise braucht, der besonders ängstlich oder einsam ist. Eventuell möchten Sie diesem Menschen auch anbieten, für ihn zu beten.

Auf eine wunderbare Zukunft zu hoffen bedeutet nicht, dass wir weltfremd oder abgehoben werden sollen. Nein, wir können mit beiden Beinen in diesem Leben hier auf dieser Erde stehen. Für Prüfungen lernen. Unserer ganz normalen Arbeit nachgehen. Für die Familie sorgen. Sich für den Nachbarn interessieren. Aber es ist ebenso wichtig, uns immer wieder daran zu erinnern, dass es noch eine andere Welt gibt, Gottes neue Erde, in der gilt: „Er wird alle ihre Tränen abwischen, und es wird keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz mehr geben. Denn die erste Welt mit ihrem ganzen Unheil ist für immer vergangen“ (Offenbarung 21,4).

Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute mit dieser Perspektive leben können!
Ihre Gemeindediakonin Sr. Bettina Wolf

P.S.: Morgen, am Sonntag, können Sie wieder die Gottesdienstangebote im Internet, TV oder Radio nutzen. Vielleicht möchten Sie auch gerne Ihre Nachbarn oder ältere Gemeindeglieder ohne Internetanschluss mit einer ausgedruckten Predigt unserer Kirchengemeinde überraschen, indem Sie diese einfach – evtl. mit einem persönlichen Gruß versehen – in den Briefkasten werfen oder an der Tür abgeben.

Freitag, den 24. April 2020

DU, Gott

Meine Oma Christa (81) ist ein Mensch, zu dem ich aufschaue und den ich bewundere. Dafür wie sie ihr Leben – das einige Herausforderungen und schwierige Situationen beinhaltet hat – meistert, wie sie sich in all dem ein fröhliches Herz bewahrt und besonders wie sie ihre Beziehung zu Jesus lebt. Sie erzählt mir immer wieder, wie gut es ihr tut einmal am Tag per BibelTV christliche Lieder mitzusingen. Das sei etwas, dass sie innerlich stärkt und fit macht für den Tag.

Die Erfahrung habe ich neulich auch gemacht. Durch das Lied „Du bist der Schöpfer des Universums“ von Johannes Falk. Es ist mir eines Morgens plötzlich durch den Kopf gegangen. Im ersten Vers heißt es: „Du bist der Schöpfer des Universums, du bist der König der Könige, du bist der Herr über alle Herren in Ewigkeit.“

Während ich das Lied innerlich als Gebet vor mich hingesungen hab, hat sich was in mir verändert. Ich hatte das Gefühl, dass meine Schultern sich entspannen und leichter werden, wie wenn jemand mir einen schweren Rucksack abnimmt. Eine große Ich-breite-meine-Flügel-aus-und-hebe-ab-Leichtigkeit war auf einmal in mir drin, echt herrlich!

Dann ist mir der Text erst richtig aufgefallen: „DU bist der Schöpfer des Universums… DU bist der Herr über alle Herren… DU, GOTT- nicht ich. Du hast diese Welt in der Hand, nicht ich. Du bist der, der sie rettet, nicht ich. Du bist der, der zuständig ist für alles Leid, alle Fragen, alle Folgen von diesem Virus für das Leben der Menschen und diese Welt – nicht ich.“

Mir hat das Lied geholfen – mal wieder- auf den – heilsamen – Boden der Tatsachen zurückzukommen: GOTT IST GOTT – nicht ich. Ich muss es und kann es nicht sein. ER aber schon. ER ist dazu fähig und in der Lage.

Deshalb glaube ich – wie meine liebe Oma - dass es uns gerade jetzt gut tut solche Lieder zu singen. Anbetungs-Lieder, Lob- & Preis-lieder in denen wir Gott zusingen wie er ist, was er kann. Wir schauen dadurch weg von unseren begrenzten Möglichkeiten und richten den Blick und unsere Erwartungen auf IHN, den Gott der unbegrenzten Möglichkeiten.

„DU bist der Schöpfer des Universums, DU bist der König der Könige, DU bist der Herr über alle Herren in Ewigkeit. DU bist der Anfang und auch das Ende, DU bist der Gott, der die Herzen kennt, DU bist der Hirte, der seine Schafe beim Namen nennt. DU hast Worte des ewigen Lebens, und das gibst du den Menschen umsonst. Wer dich sucht, von dem lässt du dich finden, weil du die Menschen liebst. DU bist die Hilfe, die nie zu spät kommt, DU bist der Retter in großer Not, DU bist der Vater, der seine Kinder nie verlässt.“

Nicht ich – DU, GOTT!

Segensgrüße, Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Donnerstag, den 23. April 2020

Wie gut, dass wir in der aktuellen Zeit eine Gemeinde haben. Wie gut, dass wird Freunde und Verwandte haben. Wir können uns zwar zurzeit nur sehr schwierig treffen, aber wir können uns gegenseitig unterstützen. Jeder auf seine eigene Art und Weise, mit seinen ganz persönlichen Gaben.

Aber das ist noch nicht alles. In den letzten Wochen hatte ich wieder Zeit ein Buch zu lesen. Darin habe ich sehr viel über den Heiligen Geist gelernt. Mir ist unter anderem wieder neu bewusst geworden, dass Jesus und der Heilige Geist eine ganze enge Verbindung haben. Der Heilige Geist schenkt uns den Glauben an Jesus Christus. Er wirkt und lebt in uns.

Über den Heiligen Geist sagt Jesus in Johannes 16,7 folgendes: „Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.“

7 Wochen nach Ostern feiern wir Pfingsten, kurz zuvor ist Jesus zurück zum Vater in den Himmel gefahren. Und an Pfingsten erinnern wir uns an die Ausgießung des Heiligen Geistes. Das ist genau das, was Jesus in Johannes 16,7 versprochen hat.

Denn das griechische Wort für Heiliger Geist kann auch mit Fürsprecher, Helfer oder Tröster übersetzt werden. Jesus ist an Himmelfahrt zurück zum Vater gegangen. Er hat uns dadurch aber nicht allein gelassen, sondern wie er versprochen hat, den Heiligen Geist geschickt. Als gleichwertigen Ersatz für sich selbst, denn genau wie Jesus ist er Teil der Dreieinigkeit Gottes.

Wir Christen tragen den Heiligen Geist in uns und wir dürfen sicher sein, dass er uns auch in der aktuell schwierigen Zeit als Tröster beisteht. Jesus hat es uns versprochen.

Deshalb ist es so gut, dass wir uns zum einen in der aktuellen Situation gegenseitig unterstützen. Zum anderen dürfen wir aber auch voll und ganz auf Gott vertrauen, dass er mit uns ist und uns als Helfer beistehen möchte.

Ihr Jugendmitarbeiter Steffen Epple

Mittwoch, den 22. April 2020

Beauty und Wellness sind eigentlich nicht so meins. Aber ein Schönheitstipp von Hans-Joachim Eckstein finde ich richtig gut. Er empfiehlt: „Lieber Hände falten als Sorgenfalten.“

Sorgen sind tatsächlich unschön. Sie machen Falten. Sie verdunkeln das Gesicht. Sie wirken sich auf die gesamte Körperhaltung aus. Sorgen haben also eine negative Wirkung – nicht nur auf unser Aussehen, sondern auf unser ganzes Leben.

Sorgen ist jedoch nicht gleich Sorgen. Sicherlich haben wir Verantwortung für unser Leben. Wir müssen für uns selbst sorgen und auch für die, die uns anvertraut sind. Doch unser Sorgen stößt schnell an Grenzen. In der derzeitigen Krise erleben wir diese Grenzen hautnah. In unseren Beziehungen, wenn wir zum einen in der Familie hauteng zusammen sind und zum anderen unsere Freunde nicht treffen dürfen. In der Gesundheit, wenn wir alles Mögliche unternehmen, um uns vor dem Virus zu schützen, und dennoch nicht davor gefeit sind. Im Beruf, der uns das nötige Auskommen bringt, aber nicht sicher ist, ob es auch so bleiben wird. Wir können nicht für alles sorgen. Wenn wir es dennoch tun, dann gibt es leider Sorgenfalten.
„Lieber Hände falten als Sorgenfalten.“ Hände falten sieht nicht nur besser aus als Sorgenfalten, sondern rückt auch das Sorgen zurecht. Was nicht in meiner Hand liegt, das gebe ich im Gebet an Gott ab. Er soll dafür sorgen und mir meine Sorgen nehmen. Und ich bitte ihn, dass er mir in den Dingen hilft, für die ich Sorge trage. Hände falten wirkt sich also positiv aus. So glätten sich die Sorgenfalten, das Gesicht strahlt und der Körper richtet sich auf.

Wenn sich wieder eine Sorgenfalte im Gesicht breit machen will, warum dann nicht einfach die Hände falten? Dieser Schönheitstipp bewirkt mehr als so manche Faltencreme!

Gott segne Sie und sorge für Sie!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

P.S.: Am Kreuz an der Martinskirche können Sie eine Karte mit dem Schönheitstipp als Hoffnung to go gerne mitnehmen.

Dienstag, den 21. April 2020

Ostern ist vorbei. Der Osterweg rund um die Martinskirche ist abgebaut. Vielleicht waren Sie in den letzten Tagen auch dort und haben die acht Stationen aus dem Leben Jesu betrachtet.

Jetzt ist nur noch das Kreuz übrig. Es steht neben der Martinskirche. Es ist leer. Jesus hängt nicht mehr dort. Ein Zeichen dafür, dass er auferstanden ist. Ein Zeichen dafür, dass das Leben über den Tod gesiegt hat. Ein riesiges Pluszeichen also, welches alle Minuszeichen dieser Welt durchkreuzt. Das Kreuz ist ein Zeichen der Hoffnung. Ein Zeichen für die lebendige Hoffnung durch die Auferstehung Jesu – so heißt es in 1. Petrus 1,3.

Ostern geht also weiter. Die Hoffnung lebt. Hoffentlich auch in uns. Das Kreuz an der Martinskirche erinnert uns an diese Hoffnung. Und dort kann man Hoffnung auch mitnehmen. Hoffnung to go – sozusagen. Denn am Kreuz finden Sie verschiedene Karten mit Hoffnungssprüchen. Wenn Sie dort vorbeikommen, dann nehmen Sie sich doch gerne eine Karte mit – für sich oder zum Weitergeben an andere.

Ich wünsche Ihnen einen frohen und hoffnungsvollen Tag,
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 20. April 2020

Heute ist der Geburtstag meines Vaters. Meine Eltern sind geschieden und ich hatte nie wirklich eine gute Beziehung mit ihm. Als ich noch klein war, bin ich immer am Wochenende mit zu ihm gefahren. Jedoch nach einiger Zeit, als ich größer und älter wurde, hatte ich dazu auch keine Lust mehr. Es ging so weit, dass wir irgendwann einen Kontaktabbruch hatten. Mittlerweile haben wir uns ausgesprochen, haben zwar immer noch nicht viel Kontakt, aber das wird sich mit der Zeit relativieren.

In der Bibel habe ich etwas gefunden, was dazu passt: „Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, entfällt auch der Mut. […] Ein Betrübter hat nie einen guten Tag; aber ein guter Mut ist ein tägliches Fest.“ (Sprüche 15, 13ff). Früher hat immer etwas gefehlt, ich habe es mir zwar nie selbst eingestanden und war der Meinung, dass ich ihn nicht brauchen würde. Mittlerweile aber weiß ich, dass er ein Teil meines Lebens ist und immer sein wird. Um ehrlich zu sein, habe ich mich vor allem mit ihm ausgesprochen, um es später irgendwann nicht zu bereuen. Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass mein inneres irgendwie aufgeräumter ist. Meine Seele ist friedlicher und glücklicher. Wie in diesem Bibelvers ist mein Herz fröhlich. Und wir alle haben unsere Probleme und Sorgen. Man hat sich mit manchen nicht ausgesprochen, obwohl man die Personen sehr lieb hat und man weiß, dass man es eigentlich längst hätte tun sollen. In Zeiten wie diesen weiß man nie, wie lange man noch die Chance dazu bekommt sich zu versöhnen oder auszusprechen, sei es mit einem Freund oder einer Freundin, die einen mal sehr verletzt hat und man im Streit auseinander gegangen ist, seien es die Kinder oder die eigenen Eltern, Bekannte oder wer auch immer. Auch mit Gott kann man so seine Probleme haben. Auch mit ihm sollten wir Frieden schließen. Nicht nur für uns sollten wir das machen, auch für die andere Personen, weil sie vielleicht nicht den Mut haben, auf einen zuzugehen und es ihnen genauso schmerzt. Aber hat Gott uns nicht in all seinen Taten und Worten, die er uns gegeben hat gesagt, dass Vergebung am wichtigsten ist? Wir beten es selbst jedes Mal, wenn wir das Vaterunser beten „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Er fordert uns mit diesen Worten direkt auf. Jedoch haben wir diesen Text schon so verinnerlicht, dass wir gar nicht merken was er uns sagt.

Versuchen Sie einfach jeden Tag einer Person zu vergeben, mit der Sie so ihre Probleme haben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es echt erleichtert und Freude schenkt.

Ihre Jugendmitarbeiterin Annemarie Kajsa Salzgeber

Samstag, den 18. April 2020

Einsam und von dunklem Wasser umgeben sitzt der Apostel Johannes auf einem Felsen im Meer. Um ihn herum sind weitere Felsspitzen zu sehen, die sich wie Haifischflossen bedrohlich aus der Dunkelheit erheben. Sind damit die Bedrohungen, denen sich Johannes ausgesetzt weiß, dargestellt? Oder die Gedanken, die er sich wegen dieser Bedrohungen macht? Kalt und ungemütlich wirkt dieser Ausschnitt eines Bildes des Künstlers Sieger Köder. Mittlerweile sind die Jünger von Jesus in die ganze damalige Welt verstreut. Viele Gemeinden sind entstanden. Johannes aber befindet sich auf der griechischen Insel Patmos vor der Küste der heutigen Türkei (Offenbarung 1,9). Diese Insel diente zur Zeit der Entstehung des Neuen Testaments den Römern als Verbannungsort. Johannes musste sich hier gezwungenermaßen aufhalten. Er sollte von den christlichen Gemeinden ganz und gar isoliert leben. Doch Johannes ließ sich nicht von der Einsamkeit, der Isolation lähmen, sondern hielt die Verbindung zu Gott aufrecht. Die Worte, die er auf der Insel Patmos aufschrieb, können wir noch heute lesen.

Gott gab ihm hier in der Einsamkeit eine Schrift ein, das Buch der Offenbarung. Diese Worte sollten bei den sieben Gemeinden in der Provinz Asia und dann weiter in aller Welt und in die kommenden Generationen ausgebreitet werden.

Er wurde dabei von Jesus selbst ermutigt, der seine rechte Hand auf ihn legte (V. 17). Zu dieser Geste der Verbundenheit hat die Sängerin Cae Gauntt das Lied „Die Hand auf der Schulter“ geschrieben. Sie können es sich gerne hier anhören.

Jesus spricht Johannes an: „Fürchte dich nicht!“ Vor ihm – dem König aller Könige – braucht sich Johannes nicht zu fürchten. Aber auch nicht vor der Übermacht der Feinde, unter der die kleinen Gemeinden zu ersticken drohten. Und Johannes wird von Jesus daran erinnert: „Ich bin der Lebendige“ (V. 18). Obwohl Johannes den auferstandenen Jesus selber gesehen und erlebt hat, braucht er die Erinnerung daran, dass sein Herr lebt. Jesus macht ihm dabei keinen Vorwurf, dass das Wissen um diese Tatsache bei ihm zu verblassen droht. Er erinnert Johannes einfach daran, dass er immer noch der Lebendige ist. So kann die Einsamkeit Johannes nicht herunterziehen.

Bei uns ist Ostern, das Fest der Auferstehung, seit einigen Tagen vorbei. Haben wir die Osterbotschaft „Der Herr ist auferstanden“ noch im Ohr? Leben wir bewusst mit ihr? Oder wurde sie bereits wieder verdrängt durch Fragen wie: „Was ändert sich nach dem 3. Mai konkret bezüglich der Coronamaßnahmen?“ „Wie lange halte ich diese Situation noch durch?“ „Wird alles so sein wie vor Corona?“  „Was wird mit dem bereits gebuchten Urlaub?“ Unsere Fragen sind – gerade in diesen Wochen – ganz anders als die von Johannes. Aber auch wir sollen und können mit einem lebendigen Herrn rechnen, zu ihm beten, auf ihn hoffen. Alles hängt davon ab, dass Jesus nicht nur in seinen Worten und in den Menschen, die an ihn glauben, weiterlebt, sondern dass er selbst der Lebendige ist, dass er in einem so realen Sinn auferstanden ist, dass wir jetzt – in diesem Augenblick – mit ihm leben und reden können

Ich wünsche Ihnen dieses Bewusstsein: „Jesus ist der Lebendige“!
Ihre Gemeindediakonin Sr. Bettina Wolf

P.S.: Morgen, am Sonntag, können Sie wieder die Gottesdienstangebote im Internet, TV oder Radio nutzen. Vielleicht möchten Sie auch gerne Ihre Nachbarn oder ältere Gemeindeglieder ohne Internetanschluss mit einer ausgedruckten Predigt unserer Kirchengemeinde überraschen, indem Sie diese einfach – evtl. mit einem persönlichen Gruß versehen – in den Briefkasten werfen oder an der Tür abgeben.

Freitag, den 17. April 2020

Am Mittwoch hatten wir Konfiunterricht „to go“: Jede/r konnte für sich zu Fuß losziehen und hat währenddessen Denkanstöße und Fragen per Handy zugeschickt bekommen. Inhaltlich ging es um die Erzählung von den Emmaus-Jüngern (Lukas 24,13-35). Die beiden Nachfolger von Jesus machen sich nach der Kreuzigung zu Fuß auf den Weg nach Emmaus - ohne Hoffnung und Perspektive, komplett verzweifelt, enttäuscht und durcheinander. „Während sie sich unterhielten und nachdachten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Aber sie – wie mit Blindheit geschlagen – erkannten ihn nicht.“ (Lk 24, 15.16 Hoffnung für alle) Jesus leistet ihnen Gesellschaft auf ihrem Weg, sie unterhalten sich, er hilft ihnen zu verstehen, dass Gottes Rettungsplan anders aussieht als der der Menschen. Erst als sie zusammen abendessen und Jesus das Brot für sie bricht, erkennen die beiden ihn.

Mich berührt das Bild von diesem gemeinsamen Weg. Jesus der Auferstandene, der, könnte man meinen, jetzt viele andere wichtige Dinge zu tun hat, nimmt sich Zeit um elf Kilometer mit zwei Jüngern spazieren zu gehen und für sie da zu sein. Und das ohne ihnen zu sagen wer er ist um von ihnen bejubelt zu werden, sondern ganz demütig, leise und umsichtig. Ich stelle mir einen solchen Spaziergang sehr wohltuend und befreiend vor. Mit dem Auferstandenen an meiner Seite unterwegs durch die blühenden Bäume und den Frühling – da steckt viel Leichtigkeit, Freiheit und Freude drin –mitten in Corona.

Wie wär es, wenn wir uns heute oder demnächst mal auf den Weg machen und Jesus einladen mit uns spazieren zu gehen. Uns dabei vorstellen, dass Jesus jetzt tatsächlich neben uns hergeht. Im weißen Gewand, mit Ledersandalen und langer Wuschelmähne oder in Jeans, Sneakers und mit stylischem Hipsterbart.

Dass er neben uns hergeht und fragt: „Hey, wie geht’s dir? Was beschäftigt dich?“ Dass er Zeit für uns hat und zuhört. Dem was uns freut, dem was uns ärgert, Angst macht, nervt. Was wir nicht verstehen. Und dass er auch uns – so wie den Jüngern - währenddessen was erklären kann, wenn wir leise werden und auf ihn hören. Dass er uns hilft Dinge zu verstehen und den Antworten auf unsere Fragen ein Stückchen näher zu kommen.

Wie wäre es, wenn wir das mal ausprobieren? Ich glaube er geht gerne mit - elf Kilometer und noch viel weiter.

Herzliche Grüße,
Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Donnerstag, den 16. April 2020

„Die Güte des Herrn ist´s, dass wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.“ (Klagelieder des Jeremia 3,22-23)

Man wundert sich, dieses keinesfalls nach einer Klage klingende Wort der Hoffnung und des Vertrauens in einer Klageschrift zu finden, die sich nicht an eine irdische Instanz sondern direkt an Gott wendet. Sie wird dem Propheten Jeremia zugeschrieben, von dem man weiß, dass er unter seiner Aufgabe, sein Volk zu Gott zurück zu rufen und ihm den Ernst von Gottes drohendem Gericht vor Augen zu führen, schwer gelitten hat. Man hat ihn angefeindet, in ein ausgetrocknetes Brunnenloch geworfen, gegen seinen Willen nach Ägypten verschleppt und dort zu Tode gesteinigt. Wen wundert es, dass dieser geplagte Mann sogar so weit ging, den Tag seiner Geburt zu verfluchen. Er hatte wahrhaft Grund zur Klage, auch und gerade über die tief bedrängenden unlösbaren Warum-Fragen, die, wie wir alle schon erfahren haben, unbarmherzig quälen können. Und doch ist das Erstaunliche, dass seine Klagen immer wieder umschlossen sind von dem Motiv eines starken Vertrauens auf Gott und seine hilfreiche Nähe. Das können wir auch in vielen Psalmen beobachten, dass die Klage plötzlich sich wendet und in ein unerschütterliches Vertrauen umschlägt, das Gott aufs neue bei seinen Zusagen und Verheißungen behaftet. Klage und Gotteslob, Angst und Vertrauen liegen da ganz eng beieinander, korrespondieren geradezu miteinander und sind an den gleichen Adressaten gerichtet. Wenn auf dem ernsten Hintergrund von Leid, Todesangst und Gefahren Gottes Güte gepriesen wird, dann  ist das kein billiger 'Trost, sondern hart erkämpfte Glaubensgewissheit und Wegweisung für helle und dunkle Tage.

Vielleicht ist uns aufgefallen, dass Jeremias Hoffnungswort am Schluss in Gebetsform übergeht: „Deine Treue ist groß“. An Gottes Güte, Barmherzigkeit und Treue festzuhalten, ist nur möglich im Gebet, in der persönlichen Zuwendung zu Gott. Jeremia vertraut Gott, was auch immer mit ihm geschehen wird. Es ist dies ein starkes Hoffnungszeichen, das vorausweist auf das großartige und unüberbietbare Lied der Glaubensgewissheit, das Paulus  - nach Karfreitag und Ostern – in seinem Brief an die Römer in Kapitel 8, Verse 38 und 39 anstimmt:

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“.

In der gegenwärtigen Situation können wir hinzufügen: auch das Corona-Virus  mit seinen weltweit verheerenden Folge nicht!
Ihr Pfarrer und Professor i.R. Gerhard Stephan

Mittwoch, den 15. April 2020

Vor 75 Jahren ist Dietrich Bonhoeffer gestorben. Am 9. April 1945 wurde er im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet worden. Zwei Jahre lang war er in Gefangenschaft, weil er gegen das Nazi-Regime Widerstand geleistet hat. Mit seiner Verlobten Maria von Wedemeyer konnte er nur wöchentlich über Pakete und Briefe kommunizieren. Obwohl er gefangen war und gefoltert wurde, war er es, der seine Familie und Freunde, aber seine Mitgefangenen und Peiniger mit Worten, Gebeten und Gottesdiensten tröstete. In seinem Brief vom 19. Dezember 1944 an seine Verlobte war noch ein Gedicht beigelegt. Dieses Gedicht wird auch heute noch – oft am Jahreswechsel oder bei Beerdigungen – gesungen. Es handelt von der Hoffnung, dass wir alle „von guten Mächten wunderbar geborgen“ sind – ganz gleich wie auch die Umstände sein mögen:

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Mögen Sie auch an diesem Tag von „von guten Mächten wunderbar geborgen sein.“
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Dienstag, den 14. April 2020

Waren Sie an Ostern in unserer Martinskirche? Wenn ja, dann haben Sie dort sicherlich den bunt geschmückten Altar gesehen. Und auch draußen in der Natur kann man gerade die Vielfalt des Lebens entdecken. Blumen und Bäume, die in den verschiedensten Farben blühen, zeigen uns die Fülle des Lebens und wollen uns mit Freude anstecken.

Zur Freude über das Leben habe ich ein kleines Ostergebet gefunden. Ich lade Sie ein, dies heute einfach zu beten und sich so von der Osterfreude tragen zu lassen:

Ich freue mich.
Jesus lebt!
Ich freue mich!

Der Baum freut sich
und treibt neue Blätter und Blüten.
Die Wiese freut sich
und wird grün.
Die Blume freut sich
und öffnet ihre Blüte.
Der Vogel freut sich
und singt ein neues Lied.
Das Schaf freut sich
über sein neugeborenes Lamm.
Der Schmetterling freut sich
und flattert davon.
Die Sonne freut sich
und strahlt am Himmel.
Wir Menschen freuen uns
und singen.

Ich freue mich.
Jesus lebt.
Amen.

Ich wünsche Ihnen Freude am Leben und Gottes reichen Segen.
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 13. April 2020

Gestern am Ostermorgen haben wir als junge Christen aus dem Bezirk und darüber hinaus zusammen die Osternacht gefeiert. Diesmal nicht vor Ort, sondern jeder bei sich zu Hause oder in der Natur - verbunden über Handy und PC.

Die Osternacht ist für mich jedes Jahr einer der Gottesdienste den ich am intensivsten wahrnehme und der mir am Meisten bedeutet. Am Anfang komplett im Dunkeln. Texte und Lieder in denen noch der Karfreitag und die Hoffnungslosigkeit klingen - Und dann wird es langsam heller, drumherum, aber auch in den Inhalten, wir hören von dem was am Ostermorgen passiert ist, die Frauen am leeren Grab – und nach und nach geht die Sonne auf.

Die Sonne geht auf und wir nehmen sie als Zeichen dafür, dass Jesus auch wieder auf-ge-standen ist. Dass er nicht tot geblieben ist, sondern lebt. Dass es nicht für immer dunkel bleibt, sondern dass das Licht die Finsternis besiegt hat. Die selbstlose Liebe den Hass. Die Zukunft das Ende. Die Hoffnung die Verzweiflung.
Jesus lebt! Und wenn ich ihm mein Herz hinhalte - oder noch besser einfach mich ganz, mit allem drum und drin - dann passiert das auch in mir, dass langsam die Sonne aufgeht, das Licht die Dunkelheit besiegt und es heller wird.

Letzte Woche bin ich über ein Video des West Coast Baptist Colleges gestolpert, dass diese Sonnenaufgangs-Ostermorgen-Stimmung wie ich finde sehr gut ausdrückt, sowohl von den Bildern her – ein weißgekleideter Chor am Meer, mitten in Wind, Sonne und Wellen – und auch der Text. Da heißt es – übertragen von Matt Maher:

Ich bin am Leben, ich bin am Leben, weil Er lebt.
Lass mein Loblied dem erklingen, der niemals vergeht, weil Er lebt.
Ich war tot im Grab.
Ich war mit Sünde und Scham bedeckt.
Ich hörte Gnade meinen Namen rufen.
Er rollte den Stein hinweg.

Einen hellen und sonnigen Ostermontag und herzliche Grüße,
Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Samstag, den 11. April 2020

Es ist Karsamstag im Jahr 2020. Unsicherheit herrscht heute bei uns. Bei manchen mehr, bei anderen weniger. „Wie wird alles weitergehen?“ „Werde ich mein Unternehmen weiterführen können?“ „Wann beginnt die Schule wieder?“ Manch eine Mutter fragt sich: „Wie lange halte ich es noch durch, neben Haushalt und Homeoffice dafür zu sorgen, dass die Kinder ihre Aufgaben erledigen oder – jetzt in den Ferien – sich sinnvoll beschäftigen und nicht ständig streiten?“

Unsicher waren vor etwa 2000 Jahren auch die Jünger an diesem Tag. Sie hatten in den letzten drei Jahren so viel mit Jesus erlebt und von ihm gehört. Und jetzt? Was würde nun aus ihnen werden? Warum konnte es nicht so sein wie vorher, als Jesus noch bei ihnen war?

Viele von uns wünschen sich – vielleicht auch unbewusst – , dass sie im Innersten zur Ruhe, zum Frieden gelangen. Und erhoffen sich das durch eine Rückkehr in die Verhältnisse vor Corona. Dabei ist der ursprüngliche Frieden schon lange durch den Ungehorsam der Menschen gegen Gott, durch die Sünde, zerstört.

Doch die Wiederherstellung des Friedens wurde im Alten Testament vorausgesagt und er ist jetzt bereits da. In Jesaja 53,5 wird dem Volk Israel und damit auch uns zugesagt: „Er (Jesus) wurde gestraft, damit wir Frieden haben.“ Diese Worte schienen die Jünger vergessen zu haben. Sonst wären sie zuversichtlicher gewesen. Diese Worte können auch uns Zuversicht geben, selbst in der jetzigen Zeit.

Mit Frieden ist nicht die Grabesruhe gemeint, an die der Karsamstag erinnert. Dieser Friede oder auf Hebräisch „Schalom“, der hier gemeint ist, bedeutet vollkommen, unversehrt zu sein und zu leben. Er bezeichnet das gute Verhältnis zwischen verschiedenen Personen.

Der Frieden ist ein Angebot. Ein Angebot, das da ist, egal, ob die Menschen es zur Kenntnis nehmen, dafür danken und danach leben oder nicht.

Wer für sich die Tatsache in Anspruch nimmt und es sich immer wieder bewusst macht:  Jesus ist auch für mich gestraft worden, lebt in diesem Frieden. Er ist geborgen in der Nähe Gottes, selbst wenn um ihn herum Unsicherheit und schlimmster Unfriede herrschen.

Durch den Tod von Jesus am Kreuz ist das erfüllt, was Gott ursprünglich im Sinn hatte: Der Zustand der geordneten Verhältnisse zwischen Gott und Mensch sowie zwischen Mensch und Mensch ist wiederhergestellt.

Dieser Frieden bedeutet auch: Das menschliche Herz, sein Innerstes, ist geheilt. Dieser Frieden ist eine Wirklichkeit, die in den Herzen und in der Umgebung derer beginnt, die mit Gott rechnen und an ihn glauben.

Die Jünger legten ihre Unsicherheit ab, als sie erkannten: Jesus ist tatsächlich auferstanden. Jesus selbst sagte: „Gesegnet sind die, die mich nicht sehen und dennoch glauben“ (Johannes 20,29). Zu diesen Gesegneten können auch Sie gehören.

Der Friede Gottes ist schon jetzt für jeden da. Vollständig erlebbar und ununterbrochen wird er erst in der neuen Welt sein, die eine Welt des Friedens ist. Gott verspricht einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und wir können in diesem Frieden heute auf dieser Erde – auf der vieles unsicher ist –leben.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest, an dem Sie den Frieden Gottes zum ersten Mal oder in besonderer Weise neu erfahren!
Ihre Gemeindediakonin Schwester Bettina Wolf

P.S.: Morgen, am Ostersonntag, können Sie die Gottesdienstangebote im Internet, TV oder Radio nutzen.
Und Sie können sich von 9 bis 12 Uhr ein Osterlicht an unserer Osterkerze in der Martinskirche anzünden und mit nach Hause nehmen.

Freitag, den 10. April 2020

Am Montag haben Sarah und ich telefoniert, um für diese Andacht zu Brainstormen. Wir haben festgestellt, dass sich Jesus anders verhält, als wir Menschen es erwarten oder selbst machen würden. Beispielsweise hat er den Essig abgelehnt, der ihm vor der Kreuzigung gereicht wurde (Lukas 23, 36). In diesem Essig war Betäubungsmittel gegen die Schmerzen, was Jesus aber ablehnte. Ich finde das extrem mutig und beeindruckend, da diese schmerzen echt unsäglich und grausam sein mussten. Damit bewies er, dass er auf Gott, seinem Vater, vertraut und sich ihm voll und ganz hingibt. Das was Gott mit ihm vorhat macht er und zweifelt laut Lukas nicht an ihm. Das können wir als Vorbild nehmen und in solch schweren Zeiten auch auf Gott vertrauen, auch wenn es uns mitunter schwerfällt.

Einer der beiden, die mit Jesus gekreuzigt werden, spottet über ihn. Der andere aber erwidert: „Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du dort in gleicher Verdammnis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ (Lukas 23, 40). Der zweite Verbrecher hat es verstanden. Er hat Jesus erkannt und verstanden. Er hat nicht an ihm gezweifelt, obwohl er hilflos am Kreuz hing. Daraufhin antwortete Jesus: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23. 43). Gekreuzigt zu werden war damals eine große Strafe, da man dachte, dass die Gekreuzigten nicht in den Himmel, sondern direkt in die Hölle kämen. Aber Jesus, Gottes Sohn, wusste, dass er in den Himmel kommen würde. Er wusste auch, dass vor Gott alle Menschen gleich sind und wenn man sich nur zu ihm bekennt, auch bei ihm sein würde. Er hat all die Sünden dieses Mannes in diesem Moment von ihm genommen und ihn von seinem schlechten Gewissen befreit.

In Lukas 23,44 steht aber auch, dass es ganze drei Stunden lang dunkel war. Man könnte es versuchen mit einer Sonnenfinsternis abzutun, jedoch denke ich, dass eine Sonnenfinsternis nicht so lange dauern würde. Außerdem zerriss der Vorhang im Tempel (Lukas 23, 45). Der Tempel war früher das Haus, in dem Gott wohnte. Es gab damals viele Räume und nicht jeder durfte in jeden Raum. Dieser Vorhang, der Zerriss, war die Trennung von Gott zu den Menschen. Durch Jesus Tod wurde der Weg zu Gott frei. Jesus hat uns Gott nähergebracht.

Aus diesen Beobachtungen heraus denke ich nicht, dass Karfreitag ein Tag der Trauer, Kummer oder Klage ist. Ich bin der Meinung, dass dieser Tag ein Grund zum Feiern ist. Er hat uns mit seinem Tod die Freiheit zu Gott geschenkt. Darauf dürfen wir vertrauen.

Mit diesen Worten wünschen wir Ihnen einen schönen und sonnigen Karfreitag.
Ihre Jugendmitarbeiterin Annemarie Kajsa Salzgeber und Jugendreferentin Sarah Brenzel.

Donnerstag, den 9. April 2020

Wann haben Sie sich eigentlich das letzte Mal die Füße gewaschen? Eine komische Frage. Ich weiß. Wahrscheinlich war es, als Sie sich geduscht oder gebadet haben, oder? Und wann haben Sie jemand anderem das letzte Mal die Füße gewaschen? Vielleicht noch nie?

Füße zu waschen ist ja auch eine heikle Sache. Nicht bei sich selber. Aber bei anderen. Die Füße sind schon recht intim. Nicht jeder mag da berührt werden. Manche kitzelt es auch. Und nicht jeder mag andere dort waschen. Manche riechen ja auch ein bisschen merkwürdig.

Jesus hat es trotzdem getan. Er hat sich die Hände schmutzig gemacht und seinen zwölf Freunden die Füße gewaschen. Allen zwölf, sogar Judas, dem Verräter. Auch vor ihn ist Jesus hingekniet und hat den Dreck an seinen Füßen abgewaschen. Damit hat er ein Zeichen gesetzt und uns ein Beispiel gegeben, wie man auch miteinander umgehen kann. Nämlich nicht auf den Dreck der anderen zeigen und zu ihnen auf beschämende Distanz gehen, sondern vielmehr keine Berührungsängste haben, ihnen unvoreingenommen begegnen und den Dreck wegwaschen. Das hat Jesus an Gründonnerstag an seinen Jüngern vorgemacht: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit ihr tut, wie auch ich euch getan habe.“ (Johannes 13,15) Ein Beispiel der Liebe und der Vergebung. Lassen Sie uns dem folgen!

Ich wünsche uns allen, dass wir den Mut finden, einander die Füße zu waschen.
Ihr Pfarrer Bastian Hein

P.S.: Wenn Sie mehr über diese merkwürdige Fußwaschung – und was sie mit uns zu tun hat – erfahren wollen, dann lesen oder hören Sie sich doch die heutige Predigt zu Gründonnerstag an.

Mittwoch, den 8. April 2020

Jedes Jahr zu Ostern gibt es in der Martinskirche in Döffingen eine neue Kerze. Diese Osterkerze wird normalerweise in der Feier der Osternacht erstmals entzündet. Ihr Licht symbolisiert, dass die Dunkelheit des Todes vorbei und das neue Leben angebrochen ist.

Jedes Jahr ist auf der Osterkerze ein anderes Motiv zu sehen. In diesem Jahr kann man dort ein Lamm entdecken. Dieses Lamm trägt ein Kreuz und ist auf dem Weg in eine dunkle Höhle. Die Dunkelheit wirkt bedrohlich. Doch das Lamm wird umstrahlt von einem goldenen Kranz. Die Schatten haben nur begrenzte Macht. Tatsächlich bricht aus der Grabeshöhle schon ein Lichtstrahl hervor. Die Finsternis ist besiegt. Das Kreuz wird zur Siegesfahne. Hoffnung keimt auf und neues Leben wächst hervor.

Das Lamm steht für Jesus. Er ist das Osterlamm und zugleich ein Opferlamm. „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt.“ (Johannes 1,29) So wurde Jesus von Johannes, dem Täufer, beschrieben. Jesus trägt unsere Sünde. Er trägt unsere Schuld. Er trägt unsere Krankheit. Er trägt unsere Angst. Er trägt unsere Schmerzen. Er erleidet sogar unseren Tod. Das ist seine Passion. Stellvertretend für uns nimmt er das alles auf sich.

Mich tröstet das. Denn ich weiß, dass Jesus meine Ängste, meine Schmerzen, meine Krankheit, meine Schuld und Sünde, ja, sogar mein Sterben schon durchlitten hat. Er weiß, was das alles bedeutet. Mit ihm kann ich darüber reden. Ich bin nicht allein. Und in ihm habe ich die Hoffnung, dass dieses Leiden in der Welt irgendwann überwunden sein wird. So hilft mir das Lamm und lässt das Licht von Ostern auch in meinem Leben leuchten.

Ich wünsche Ihnen in dieser Osterzeit Gottes Trost und Hoffnung!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

P.S.: Am Ostersonntag können Sie sich von 9 bis 12 Uhr ein Osterlicht an unserer Osterkerze in der Martinskirche und mit nach Hause nehmen.

Dienstag, den 7. April 2020

Strahlendblauer Himmel. Stundenlanger Sonnenschein. Frühlingshafte Temperaturen. Kein Wunder, dass es da gerade viele raus in die Natur, in den Garten oder zumindest auf den Balkon treibt. Wo will man in diesen Tagen denn auch sonst hin?

Dort wartet ja auch viel Arbeit. Die Beete müssen vorbereitet, die Samen ausgesät oder Setzlinge gezogen werden. Bei der Arbeit im Garten ist mir ein Satz von Jesus eingefallen. Er hat einmal gesagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (Johannes 12,24)

Das Bild leuchtet mir ein. Wenn ich im Garten die Samenkörner in die Erde stecke, dann begrabe ich sie. Irgendwie sind sie somit wie tot. Doch sie bleiben nicht tot. Aus ihnen keimt neues Leben hervor und hoffentlich bringen sie bei der Ernte dann auch viel Frucht.

Jesus meint mit diesem Spruch aber mehr als nur den Kreislauf der Natur. Denn er spricht von sich selbst. Er spricht von seinem Tod und von seiner Auferstehung. Er spricht von Ostern. Ja, er ist gestorben. Er wurde begraben. Und er ist vom Tod auferstanden. Das ewige Leben ist seine Frucht für uns. Im Glauben können wir diese Frucht schon jetzt ernten und genießen. Und der Frühling, der gerade erwacht, malt uns in herrlichen Farben vor Augen, was dieses Leben bedeutet!

Manchmal müssen Dinge sterben, bevor sie neues Leben bringen können. Jesus ist für uns gestorben, damit wir ewig bei Gott sein und mit ihm leben können. Das ist wirklich viel Frucht!

Ich wünsche einen herrlichen Frühlingstag, an dem Sie Gottes Ostergeschenk entdecken mögen!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

P.S.: Wenn Sie mögen, dann können Sie heute Kresse einsäen. Sie brauchen nur die Samen, Küchenpapier und Wasser. In einer Woche schon können Sie dann das „neue Leben“ genießen!

Montag, den 6. April 2020

„Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen.“ (Aus Afrika)

Oder um es mit Dietrich Bonhoeffer auszudrücken:

„Der Christ braucht den Christen, der ihm Gottes Wort sagt. Er braucht ihn immer wieder, wenn er ungewiss und verzagt wird; denn aus sich selbst kann er sich nicht helfen.“

Dass an diesen Aussagen was dran ist, habe ich in den letzten Tagen mal wieder erlebt. Und zwar durch meine 9-jährige Cousine Anni. Als ich letzten Mittwoch nach meiner Post geschaut habe, war ein Brief von ihr im Briefkasten. Dieser Brief hat mir so gut getan! Er hat mein Herz wieder fröhlich gemacht, mich getröstet und mir geholfen den Blick auf Gott zu richten. Er hat mir buchstäblich „Gottes Wort gesagt“.

Deshalb möchte ich diese Zeilen heute mit Ihnen und euch teilen (in Absprache mit Anni natürlich) Vielleicht hat er ja eine ähnliche Wirkung.

Herzliche Grüße,
Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Samstag, den 4. April 2020

In den letzten Tagen sehe ich in der Natur viel Schönes. Aufblühende Pflanzen, den blauen Himmel und am vergangenen Samstag auch viele Menschen - wie schon lange nicht mehr - die die Sonne genossen.

Aber in den Ortschaften sind situationsbedingt nur wenige Menschen unterwegs, und ich habe mich gefragt: Wie geht es ihnen jetzt wohl in ihren Häusern und Wohnungen? Wie kommen die Familien miteinander zurecht? Wie geht es den Menschen, die ganz alleine in einer Wohnung leben?
Und was ist mit denjenigen, die neben Corona und den damit verbundenen Auswirkungen noch mit ganz anderen Krankheiten und Problemen zu kämpfen haben? Wie ist es, wenn die Angst vor dem Wegfall der Existenzgrundlage hinzukommt? Wie ist es dann mit dem Zusammenleben? Wie wird das Leben überhaupt weitergehen?

Ähnlich erging es auch schon den Menschen im Alten Testament. In 1. Mose 16 lesen wir von Abraham und Sarah, die lange kein Kind bekamen. Das war zu dieser Zeit eine für uns heute unvorstellbare Tragödie. Sie wichen auf den damals rechtlich legitimen, aber von Gott so nicht gewollten Weg aus und bestimmten Hagar, die Dienerin Sarahs, dazu, der Familie einen Nachkommen zu bringen. Das führte zu Streit. Der Streit wurde so heftig, dass Hagar schließlich in die Wüste floh. Aber das Weglaufen vor einem Problem bringt keine Lösung.

Ein Engel, durch den Gott selbst redete, fand Hagar und sprach sie an. Er versprach ihr einen Nachkommen. Hagar erwiderte darauf: „Du bist ein Gott, der mich sieht“ (1. Mose 16, 13). Sie erkannte: Gott ist ein persönlicher Gott, der sich um jeden einzelnen Menschen kümmert. Er wusste um die angespannte Situation in der Familie Abrahams. Und er weiß auch heute um unsere Situation; bei jedem Einzelnen. Er kennt auch die Zukunft und sorgt für die, die ihm vertrauen. Er macht es für jeden gut, auch wenn wir es uns anders vorgestellt haben.

Abraham und Sarah lernten: Wir können trotz unserer Fehler weiterleben. Hagar entdeckte: Gott geht mir bis in die Wüste nach. Er nimmt mich wahr, auch wenn kein Mensch um mich herum ist.
Wir können uns daran erinnern: Gott ist ein Gott, der mich sieht, der mich wahrnimmt, auch in dieser staatlich angeordneten sozialen Wüstensituation; in Einsamkeit wie auch in engem Zusammenwohnen; in Krankheit und in finanziellen Einbußen. Er sieht uns, auch dann, wenn wir – so wie Hagar – gar nicht nach ihm fragen und fliehen. Er hat uns schon von Ewigkeit an gesehen, denn er wollte, dass wir leben.

Morgen ist Sonntag. Vielleicht haben Sie sich vorgenommen, einen Spaziergang zu machen. Probieren Sie doch einfach mal aus, auf diesem Spaziergang immer wieder diese Worte zu sagen oder zu denken: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Oder beten Sie diese Worte, wenn in der kommenden Wochen Sorgen aufsteigen wollen. Direkt morgens beim Aufstehen. Und während des Tages. Immer wieder. Und achten Sie einmal darauf, ob sich durch diesen Blickwechsel etwas in ihrem Leben ändert. Morgen würden – unter normalen Umständen – auch Gottesdienste stattfinden. Nutzen Sie bis dahin die Möglichkeiten im Internet, TV oder Radio!

Ich wünsche Ihnen die Gewissheit: Bei Gott bin ich gesehen, er denkt an mich!
Ihre Gemeindediakonin Schwester Bettina Wolf

Freitag, den 3. April 2020

In Zeiten wie diesen, ist es schwer etwas Schönes zu finden. Zuerst ist Corona nur in China, aber dank der Globalisierung auch schnell in anderen Ländern. Es wird immer weiter von Person zu Person getragen und dann wird bekannt, dass es in Tirol ist. Viele haben sich durch Skifahren angesteckt. Daraufhin wurden Schulen und Kindergärten geschlossen und viele Geschäfte machten dich. Homeoffice ist angesagt. Viele jedoch haben größere Probleme, als gezwungen Urlaub nehmen zu müssen. Sie stehen vor einem Abgrund, denn Gaststätten und andere Einzelunternehmen mussten schließen, machen nun viel Verlust. Aber auch die Leute die ganz normales Klopapier oder Nudeln kaufen wollten, die jetzt vor leeren Regalen stehen, sind fassungslos. Zu allem Übel gibt es auch die Unvernünftigen, die die Corona Partys feiern, sich absichtlich anstecken und die Regierung zwangen Einschränkungen unserer Freiheit vorzunehmen.

Deshalb habe ich einen ganz besonderen Vers für Euch: „Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geit des Herrn ist, ist Freiheit“ (2. Korinther 3,17) Und das ist wichtig, dass wir uns das jetzt vor Augen führen. Wir sitzen alle zuhause, uns fällt allmählich die Decke auf den Kopf und bei mir wird so langsam auch Netflix langweilig. Wir fühlen uns eingeschränkt, unserer Freiheit beraubt, doch das sind wir gar nicht. Wir sind frei, denn der Glaube zu Gott schenkt uns Mut und Hoffnung und vor allem Freiheit, denn der Herr ist immer da, er ist überall. Somit ist der Geist des Herrn auch bei uns. Solange wir an ihn glauben und die Hoffnung nicht aufgeben wird er immer bei uns sein und uns begleiten, somit ist um uns immer Freiheit.

Freiheit fängt im Herzen an und solange wir glauben und hoffen werden wir immer frei sein. Denn der Geist ist überall und immer da.

Mögen Sie den Tag heute und die folgenden in Freiheit durch Glauben genießen.
Ihre Jugendmitarbeiterin Annemarie Kajsa Salzgeber

Donnerstag, den 2. April 2020

„Liebes Tagebuch, heute war ein wirklich schöner Tag. Besonders gefreut habe ich mich über den herrlichen Sonnenschein und das Zwitschern der Vögel und …“

Kennen Sie solche Sätze? Haben Sie vielleicht früher selbst ein Tagebuch geführt? Oder machen Sie es sogar noch heute? Nun, auch ich habe ein Tagebuch. Naja, ich schreibe nicht täglich hinein, aber immer mal wieder notiere ich darin besondere Erlebnisse. Die schönen wie die schweren. Wenn ich in meinem Tagebuch blättere, dann stolpere ich regelmäßig über die guten Dinge, die ich alle schon erleben durfte. Aber irgendwie vergesse ich das Gute so leicht. Im Trubel des Alltags werden diese Momente einfach überlagert und durch die schlechten Nachrichten dieser Tag so schnell vergessen. Darum lese ich gerne in meinem Tagebuch. Denn so erinnere ich mich wieder an das Gute und vergesse es nicht, sondern bin dankbar dafür.

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ So steht es in der Bibel in Psalm 103,2. Erinnern hilft, um dankbar zu sein und zu bleiben. Danken und denken liegen eng bei einander. Im Zurückdenken finde ich tausend Gründe um zu danken. Und im Danken denke ich auch an Gott. Denn das Gute in meinem Leben habe ich seinem Segen zu verdanken. Und auch im Schlechten habe ich schon so oft seine Hilfe erlebt. So finde ich eigentlich auf jeder Seite in meinem Tagebuch eine Erinnerung, für die ich Gott danken kann.

„Liebes Tagebuch, heute war ein wirklicher schöner Tag. Besonders gefreut habe ich mich über …“ Ja, wie würde Ihr Eintrag heute aussehen? Was würden Sie heute in Ihr Tagebuch schreiben? Welche drei Dinge haben Sie heute besonders gefreut? Wo haben Sie sich von Gott gesegnet gefühlt? Sagen Sie es ihm doch und auch Ihren Lieben! Denn mit dieser kleinen Übung fällt es uns vielleicht leichter in dieser schweren Zeit dankbar zu sein und zu bleiben.

Mögen Sie heute drei Gründe erleben, für die Sie Gott dankbar sein können!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Mittwoch, den 1. April 2020

Singen hilft. Wissenschaftliche Studien sind sich einig: Singen macht glücklich und gesund. Singen hilft gegen Stress, gegen die Sorgen und die derzeitige Krisenstimmung. „Singen gegen Sorgen.“ Unter diesem Motto kann man mit der kostenlosen Cantico-App über 30 Lieder der Hoffnung abrufen. So kann man zum Beispiel ohne Probleme beim abendlichen Balkonsingen von „Der Mond ist aufgegangen“ mitmachen.

„Singen gegen Sorgen.“ Eines der enthaltenen Hoffnungslieder ist das Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Georg Neumark aus dem Jahr 1641. Auch wenn das Lied unheimlich alt ist, so ist sein Text hochaktuell. In der zweiten Strophe heißt es:

„Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.“

Singen hilft gegen die Sorgen. Denn Singen hebt die Stimmung. Und Singen kann jede und jeder.  Wichtiger als jeden Ton exakt zu treffen ist die Freude am Singen. Diese hat bei mir der Film „Vaya con dios“ geweckt. In dieser deutschen Komödie aus dem Jahr 2002 singen drei Mönche das Kirchenlied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Auch heute noch bekomme ich bei dieser Szene Gänsehaut. Dieses Lied und die Musik gehen unter die Haut und beflügeln. „Singen gegen Sorgen.“ So endet übrigens mit der siebten Strophe auch dieses Hoffnungslied:

„Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu,
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt,
den verlässt er nicht.“

Mögen Sie heute in dieses Hoffnungslied mit einstimmen und gegen die Sorgen singen.
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Dienstag, den 31. März 2020

„Wir haben es selbst in der Hand.“ So habe ich es in den letzten Tagen oft gehört oder gelesen. Wir haben es selbst in der Hand! Tatsächlich? Stimmt das? Was haben wir denn in der Hand? Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann haben wir nichts in der Hand. Rein gar nichts. Ja, noch nicht einmal unser eigenes Leben. Und wenn wir noch nicht einmal unsere persönliche Gesundheit im Griff haben, wie sieht es dann erst mit der Wirtschaft, der globalen Gemeinschaft oder dem Klima aus?

„He's got the whole world in his hands.“ In diesen Tagen geht mir dieses alte Lied nicht mehr aus dem Kopf. Wahrscheinlich kennen Sie es auch – vermutlich als Kinderlied aus früheren Tagen. „Er hält die ganze Welt in seiner Hand.“ So der deutsche Titel dieses afroamerikanischen Spirituals. Am Ende jeder Strophe heißt es: „Gott hält die ganze Welt in seiner Hand.“ Mir tut es gut zu wissen, dass es einen gibt, der alles in seiner Hand hält. Nicht nur mich und meine Gesundheit, sondern jeden einzelnen Menschen. Bei Gott fühle ich mich sicher und geborgen, auch wenn es äußerlich ganz anders aussehen mag. Ja, selbst wenn ich nichts mehr Hand habe, so hält doch Gott auch mich und dich in seiner Hand.

Vielleicht haben Sie ja Lust dieses Lied heute mal wieder zu singen (Noten und Text finden Sie hier) oder zumindest anzuhören (z.B. auf eine der vielen Versionen auf Youtube).

Mögen Sie in diesen Tag gehen mit dem Wissen, dass Gott Sie auch heute in seiner Hand hält.
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 30. März 2020

Neuland

Können Sie sich noch an Ihren Schulstart erinnern? Bei der Einschulung den neuen Ranzen auf dem Rücken, die Schultüte im Arm, fast so groß wie man selber, das riesige Schulgebäude, die Klassenlehrerin. Und dann die ersten Tage danach 1000 neue Dinge. Wie geht das mit dem sich melden? Wo ist die Toilette und wann darf man da hin? Was gelten hier für Regeln? Wie fährt man mit dem Buntstift ein A nach? … Damals war die Schule für uns Neuland. Etwas dass wir zum ersten Mal erleben und worin wir uns nicht auskennen.

So ähnlich geht es uns gerade auch. Wir befinden uns im Neuland. Wir wissen nicht wie man das macht „Corona-Krise“. Diese Situation ist neu für uns. Nicht nur für uns sondern für die ganze Welt
Jeden Tag ändert sich die Situation… Nicht nur wir, sondern die ganze Welt. Das macht es nochmal herausfordernder.

Die Psychologin Bréne Brown hat ein paar Tipps für solche Situationen veröffentlicht, die ich sehr hilfreich fand:

  1.  Es ist normal, dass wir nicht wissen wie wir mit dieser Situation umgehen sollen. Es ist normal, dass wir ängstlich, angespannt und unsicher sind.
  2. Es ist wichtig, dass wir uns unsere Gefühle eingestehen. Sie benennen. Egal was es ist. Z.B. im Gebet oder jemand anderem gegenüber. Indem wir das tun gehen wir mit diesen Gefühlen um, anstatt sie mit uns. Wir nehmen ihnen die Macht und gewinnen unsere Handlungsfähigkeit zurück.
  3. Realistischer Blick: Das ist gerade eine harte und anstrengende Zeit. Es ist ok, dass uns das nervt und ärgert. Dass wir traurig, wütend und enttäuscht sind über die vielen Sachen, die grade nicht gehen oder ausfallen. Gleichzeitig können wir an der Situation nichts ändern. Wenn wir das akzeptieren, kann uns das helfen sie bestmöglich zu gestalten.
  4. Es wird nicht für immer so bleiben. Mit jedem Tag wird das Neuland zu vertrauterem Land, kennen wir uns ein bisschen mehr darin aus und finden uns besser zurecht.
  5. Wir sind am Üben. Wir üben uns im Neuland zurechtzufinden. Vielleicht klappt es heute gut und morgen dafür nicht. Auch das ist ok.
  6. Wir sind im Neuland nicht allein. Gott ist mitten drin dabei. Deshalb abschließend der Liedvers, den wir immer freitags in der Jungschar am Ende singen und tanzen: „Sei mutig und stark und fürchte dich nicht, denn der Herr dein Gott ist bei dir.“

Herzliche Grüße,
Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Samstag, den 28. März 2020

EILMELDUNG – so beginnen oft die Push-Mitteilungen eines renommierten Nachrichtenmagazins, die mehrmals täglich auf meinem Handy eintreffen. In der letzten Zeit geht es dabei fast immer um die Corona-Krise. Es sind Worte, die beunruhigen.

Eigentlich könnte ich diese Mitteilungen abstellen oder später lesen. Aber gleichzeitig möchte ich zeitnah informiert sein.

Mir stellt sich beim Überfliegen der Nachrichten oft die Frage: „Ist das jetzt wirklich so wichtig? Welche Worte beachte ich?“

Letzte Woche las ich in der Bibel: „Macht diese Worte zu eurer Herzensangelegenheit“ (5. Mose 11,18). An dieser Stelle wird der Einzug des Volkes Israel ins verheißene Land beschrieben und es sind hier vor allem die Gebote Gottes an sein Volk gemeint. Doch auch für uns ist es gut, wenn wir uns Worte aus der Bibel zu Herzen nehmen, sie zu einer Herzensangelegenheit machen.

Man könnte es auch so ausdrücken: Macht diese Worte, also die Worte Gottes, zum Wichtigsten in eurem Alltag, ja in eurem Leben. Lasst euch von diesen Worten bestimmen und nicht von den Schlagzeilen. Auch wenn es wichtig ist, die Nachrichten zu kennen. Allein schon deswegen, um zu wissen, wie man sich in den derzeitigen Einschränkungen verhalten soll.

In den vergangenen beiden Wochen konnten wir schon einige Worte der Hoffnung lesen, die auch wie eine Aufforderung, ein Gebot, klingen und die uns – wenn wir danach handeln, sie beherzigen - aufleben lassen: „Sorget nicht …“ „Kommt her zu mir…“ „Alle eure Sorgen werft auf ihn …“

Damit diese Worte der Hoffnung in den Eilmeldungen des Tages nicht untergehen, ist es gut, sich immer wieder daran zu erinnern. Wir können es ähnlich machen, wie es in 5. Mose 11 weiter heißt: „Schreibt diese Worte an eure Türpfosten.“ Ich habe es mir angewöhnt, ein Bibelwort aufzuschreiben und dieses mehrmals am Tag zu lesen. Mich daran zu erinnern, was mir aus Gottes Wort wichtig geworden ist. Und dann auch danach zu handeln. Noch besser ist es, wenn ich manche Worte auswendig kenne. Oder mit anderen darüber ins Gespräch komme. Damit werden die Situationen nicht automatisch einfacher, aber meine Gedanken gehen in eine andere Richtung, hin zu Gott, der den Überblick hat.

Manfred Siebald drückt es in einem seiner Lieder so aus:

„Von deinen Worten können wir leben, durch deine Worte weitersehn.
Mit deinen Worten können wir sterben und auf dein Wort hin auferstehn.“

Morgen, am Sonntag, können wir uns die Zeit nehmen, über ein Bibelwort oder einen ganzen Abschnitt nachzudenken. Nutzen wir diese Möglichkeit. Es gibt auch weiterhin das Angebot, im Internet, im Fernsehen oder im Radio einen Gottesdienst zu sehen oder zu hören.

Ihnen wünsche ich, dass Sie Erfahrungen mit der belebenden Kraft des Wortes Gottes machen!
Ihre Gemeindediakonin Sr. Bettina Wolf

Freitag, den 27. März 2020

Danke sagen - „Dankt Gott in jeder Lebenslage! Das will Gott von euch als Menschen, die mit Jesus Christus verbunden sind.“ (1. Thessalonicher 5,18)

Puh, diesen Vers finde ich echt herausfordernd. Da wehrt sich was in mir: Ich will nicht immer brav danke sagen, auch nicht Gott gegenüber. Besonders nicht in Situationen in denen es mir nicht gut geht und ich eine lange Beschwerdeliste mit mir herumtrage.

Also das ist schon im normalen Alltag echt eine große Herausforderung. Erst recht jetzt in Corona-Zeiten. Wie können wir in dieser Situation mit dieser Aufforderung umgehen? Wir können auf Schatzsuche gehen. Was steckt in dem Vers vielleicht Wertvolles drin, das uns grade helfen könnte?

Ich glaube es ist Folgendes: Danken ist ein Schlüssel zur Fröhlichkeit und Leichtigkeit. Ich habe das tatsächlich immer wieder erlebt. Wenn ich danke, also auf die Dinge sehe die gut sind, trotz allem anderen das gerade schwer ist, dann wende ich buchstäblich meinen Blick vom Dunklen ins Helle. Ich beschäftige meine Seele mit dem woran sie sich freuen kann. Deswegen kann Danken denke ich tatsächlich eine gute Strategie sein in unserer momentanen Situation. Auf das sehen, was wir noch haben, uns darauf konzentrieren. Z.B. Strom, fließendes Wasser und genug zu Essen.


Also es lohnt sich bewusst zu Danken. Wie kann man das machen?

Mir hilft folgendes „Werkzeug“ dazu: Wir können z.B. die Worte „Danke Gott“ nehmen und zu jedem Buchstaben eine Sache überlegen für die wir dankbar sind: D=deutsche Staatsbürgerschaft, A=Auto, N=Nadine mit der ich telefonieren kann, etc. Das hilft um sich die guten Dinge bewusst zu machen (Level zwei ist dann das ganze Alphabet durchzugehen ;-)) So können wir unser Danke-Gefäß mit Schätzen füllen – wie die Flasche auf dem Bild.

Was mir auch hilft, das mit dem Danken mutig anzugehen und nicht als lästige Pflicht anzusehen ist die Variante des Bibelverses von oben in der Hoffnung für alle – Bibel, hier der letzte Teil davon: „… weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid, wird es euch auch möglich sein.“

In diesem Sinne viel Spaß beim Dankesagen :-)
Ihre Jugendreferentin Sarah Brenzel

Donnerstag, den 26. März 2020

Gerade läuft eine coole Aktion für Kinder. Begonnen hat sie in Italien. Als die Kinder dort daheim blieben mussten, haben sie angefangen Regenbogenbilder zu malen und an die Fenster zu hängen. So zeigen sie, dass sie die Lage ernst nehmen und zuhause bleiben, um die Infektionsketten möglichst gering zu halten. Und sie machen anderen damit Hoffnung. Denn auf diesen Bildern steht der Satz „Alles wird gut.“

Tatsächlich ist der Regenbogen ein Sinnbild dafür, dass es wieder gut werden wird. Ein Zeichen dafür, dass Gott uns auch in der Krise nicht verlassen hat. Denn er hat einen Bund mit uns geschlossen und versprochen, dass die Katastrophen dieser Welt uns nicht vernichten sollen. So hat er es Noah nach der Sintflut zugesagt und als Zeichen des Friedens seinen Bogen in den Himmel gehängt:

„Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen ein des Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist.“ (1. Mose 8,12-17)

Wenn wir den Regenbogen nun am Himmel entdecken oder in den Fenstern sehen, so will er uns an Gottes Versprechen erinnern: „Ich habe euch nicht vergessen. Ich bin bei euch. Alles wird gut.“

Möge Gottes Frieden Sie heute begleiten!

Ihr Pfarrer Bastian Hein

P.S.: Das Ausmalbild „Regenbogen“ für Kinder können Sie hier downloaden. Wenn Sie die Rückseite des ausgemalten Bildes dünn mit Speiseöl einpinseln und trocken lassen, dann wird das Bild leicht transparent und die Sonne lässt die Farben so richtig leuchten.

Mittwoch, den 25. März 2020

„Ich heben meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“ So beginnt ein altes Wallfahrtslied aus der Bibel. Ich mag diese Zeilen. Denn ich bin gerne in den Bergen. Gerne schaue ich hinauf zu den Gipfeln. Majestätisch erheben sie sich in den Himmel. Und von dort oben sieht meine Welt plötzlich so klein und meine Probleme unbedeutend aus.

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.“ Die Wallfahrer haben auch aufgeschaut. Hinauf nach Jerusalem zur heiligen Stadt. Hinauf zu den Bergen, wo Gott thront und wo man dem Himmel ein Stückchen näher ist.

Zurzeit gehen die meisten Blicke nicht hinauf. Sie bleiben vielmehr hier auf der Erde. Sie hängen fest an Meldungen, Statistiken und Tabellen. Keine Frage – es ist wichtig, dass wir uns informieren. Doch wenn wir den Blick nur auf uns selbst richten, dann werden wir wenig Hilfe erfahren. Unser Blick sollte ein bisschen höher gehen als nur bis zu unserem eigenen Bauchnabel. Denn wenn wir unsere Mitmenschen in den Blick nehmen, dann sehen wir, dass wir nicht allein unterwegs sind. Gemeinsam gehen wir durch diese Krise. Und vielleicht schauen wir noch ein Stückchen höher, hinauf zu den Bergen, hinein in den Himmel. Denn „meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Wagen Sie heute den Blick über den Tellerrand, den Blick zu Ihren Mitmenschen und den Blick hinauf zu Gott!

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?  Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!“

(Psalm 121)

Mögen Sie heute Gottes Hilfe in Ihrem Leben sehen!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Dienstag, den 24. März 2020

„Sorgt euch um nichts!“, so rät es die Bibel. „Sorgt euch um nichts!“ Ein Rat, der gerade überhaupt nicht in unsere Welt zu passen scheint angesichts leerer Supermarktregale, geschlossenen Geschäften und erlassenem Kontaktverbot. Und selbst vor dieser Zeit hat dieser Rat wenig Sinn ergeben. Denn macht man sich nicht ständig Sorgen? Um die Gesundheit, um das Auskommen oder um die Zukunft?

„Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ (Philipper 4,6) So rät es Paulus. Denn er weiß um die zerstörerische Kraft der Sorge, die uns gerne in den Würgegriff nimmt. Je stärker wir uns gegen sie wehren, desto mehr schnürt sie uns die Luft ab. Und trotzdem haben wir oft das Gefühl etwas tun zu müssen – selbst wenn wir es gar nicht können. Nein, wir brauchen uns nicht sorgen. Für vieles können wir ja auch überhaupt nichts tun. Aber eines können wir machen: Wir können Gott unsere Sorgen bringen. Wir können ihn bitten und zwar um alle Dinge. Denn er will für uns sorgen. Er will uns aus unseren Sorgen befreien. Bei ihm werden sie wirklich los. Es braucht nur ein Gebet.

DARUM SORGE DICH NICHT!

„Die Angst lässt ihren Griff nicht los,
solange wir verkrampft festhalten.

Die Dunkelheit wird nicht heller,
dadurch dass wir sie finster betrachten.

Die Schmerzen zerstreuen sich nicht,
während wir uns auf sie konzentrieren.

Unsere innere Unruhe wird nicht weggehen,
es sei denn, dass wir selbst zur Ruhe kommen.

Die Schwermut wird nicht leichter,
wenn wir uns von ihr davontragen lassen.

Und Verzweiflung und Einsamkeit
werden nicht liebenswerter,
indem wir uns in sie verlieben.

Wenn das alles so ist,
warum fühlen wir uns dann
bei dem guten Rat der
altbewährten Beter
so distanziert erhaben:

Nicht zu klammern, sondern loszulassen,
nicht zu sorgen, sondern zu vertrauen,
nicht zu versinken, sondern aufzuschauen,
nicht zu halten, sondern abzugeben
und unsere Last bei dem einen abzuladen,
bei dem sie besser als bei uns aufgehoben ist?“

(Hans-Joachim Eckstein)

„Sorgt euch um nichts!“ Manchmal hilft da schon ein Gebet. Mögen Sie bei Gott Ihre Sorgen loswerden!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Montag, den 23. März 2020

Vielleicht kennen Sie das Lied von Hella Heizmann über Psalm 91,11? Im Refrain heißt es:
„Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten. Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich beschützen Tag und Nacht.“

Das Lied hing jahrelang als Poster in meinem Jugendzimmer. Darauf war ein neugeborenes Baby zu sehen, das von erwachsenen Händen gehalten wird und friedlich schläft. Darüber Stand „In den Händen der Liebe“.

Besonders wertvoll waren mir die Verse des Liedes:

"Wer auf Gott vertraut,
braucht sich nicht zu fürchten
vor den Träumen der Nacht und der Einsamkeit.
Er darf mit Hoffnung in den neuen Tag gehen.

Wer auf Gott vertraut, darf sich sicher wissen
in den Händen der Liebe, die ihn halten.
Er darf mit Freude Gottes Hilfe sehen."

Diese Zeilen haben mir durch viele dunkle, einsame Stunden und große Herausforderungen durchgeholfen, den Leistungsdruck in der Schule, den Führerschein, …

Einsam sind sicher zwangsweise viele von uns momentan. Wenn wir dazu aufgefordert sind alleine zu Hause zu bleiben. In solchen Zeiten schleichen sich schnell dunkle Träume und Bilder in unsere Gedanken.
Vielleicht sind wir aber auch mitten in unseren Familien gerade einsam. Weil wir uns nicht trauen ihnen unsere düsteren Gedanken und Ängste anzuvertrauen oder zuzumuten. Die Sorge um die Zukunft, die finanzielle Situation, die Panik sich anzustecken oder jemanden zu verlieren.

Wie gut, dass da Gott ist, dem wir das alles bringen können.
Wie gut, dass er größer ist als die düstersten Träume und uns in unserer Einsamkeit begegnen will.
Wie gut, dass wir - wie ein kleines Baby - gehalten sind in seinen Händen der Liebe.
In Coronazeiten und was auch immer danach sein wird.
Heute, morgen und für immer
Wir dürfen mit Hoffnung in den neuen Tag gehen.

Ihre Jugenreferentin Sarah Brenzel

PS: Wer sich das Lied anhören möchte, einfach hier auf diesen Link klicken.

Samstag, den 21. März 2020

Ich kann es kaum glauben, aber es ist erst eine Woche rum. Eine Woche ohne Kita, eine Woche ohne Schule und für manche auch eine Woche ohne Arbeit. Die Decke fällt einem auf den Kopf, die Kinder sind quengelig und selbst sucht man in dieser Ausnahmesituation so etwas wie Alltag zu etablieren. Schon jetzt ist das Ganze sehr belastend! Und wir wissen gar nicht, welche weiteren Einschränkungen noch nötig sein werden. Wo soll man denn da noch hin? Wo darf man denn überhaupt noch hingehen? Wo kann man denn da noch irgendwo Ruhe finden?

Jesus Christus lädt uns ein: „Kommt her zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Bei mir werdet ihr Ruhe finden.“ (Mt 11,28) Auch wenn unsere Bewegungsfreiheit noch weiter eingeschränkt wird – zu Jesus können wir immer kommen. Da reicht ein stilles Gebet, ein kurzer Gedanke – und schon sind wir bei ihm. Bei ihm können wir alles abladen, womit wir uns gerade abmühen. Bei ihm können wir das abgeben, was uns belastet. Bei ihm werden wir Ruhe finden. Das verspricht er uns. Er will uns inmitten dieser stürmischen Zeiten ein Ruheort, ein Fels in der Brandung sein.

Für mich ist der Gottesdienst am Sonntag ein solcher Ort. Dort komme ich zur Ruhe. Dort sage ich Jesus alles, was mir gerade auf dem Herzen liegt. Und dort schenkt er mir neue Kraft, neuen Mut und neue Hoffnung für das, was mich in der kommenden Woche erwarten wird.

Leider können derzeit ja keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden. Ich bedaure das sehr! Dennoch geht Kirche weiter – zuhause und online. Daher lade ich Sie ein, morgen – am Sonntag – zu Jesus zu kommen, bei ihm Ruhe zu finden und Gottesdienst zu feiern. Auf unserer Homepage finden Sie für jeden Sonntag einen Gottesdienstablauf und eine Predigt für Ihre Kirche zuhause am Esstisch oder auf der Couch. Alternativ können Sie gerne an einem der viele Angebote von Kirche online im Internet, Fernsehen oder Radio teilnehmen.

Mögen Sie in diesen stürmischen Zeiten bei Jesus einen Ort der Ruhe finden!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Freitag, den 20. März 2020

„Durch Stillesein und Vertrauen würdet Ihr stark sein.“ (Jes 30,15) So hat es schon vor ca. 2.700 Jahren der Prophet Jesaja seinen Landsleuten zugerufen. Aber sie wollten nicht. Sie wollten nicht still sein und sie wollten schon gar nicht Gott vertrauen!

Wer will das schon? Still sein? Aber gerade werden viele von uns zur Stille verdammt. Ob sie wollen oder nicht. Kitas und Schulen sind geschlossen, Mitarbeiter werden nach Hause geschickt und ganze Betriebe eingestellt. Wenn man so will, werden wir von ganz oben zum Stillstand und so auch zur Stille verdonnert.

Es fällt schwer, diesen Stillstand zu ertragen. Vor allem dann, wenn Existenzen bedroht und Menschenrechte eingeschränkt werden. Am liebsten würde ich sofort loslegen und etwas dagegen tun, dass sich das wieder ändert.

Dennoch sehe ich in diesem Stillstand auch eine Chance. Denn wir können ihn nutzen, um still zu werden. Um uns neu auszurichten. Um uns klar zu werden, was wirklich im Leben zählt. Um wieder Gott zu vertrauen und nicht unserer eigenen Schaffenskraft.

Ich lade Sie ein: Nehmen Sie sich heute Zeit für die Stille und denken Sie darüber nach, was die drei wichtigsten Dinge in Ihrem Leben sind. Das macht stark für das weitere Tun und auch für das Lassen. Ein „Weiter so!“ funktioniert gerade einfach nicht. Denn „durch Stillesein und Vertrauen würdet Ihr stark sein!“

Mögen Sie heute in der Stille Kraft fürs Leben und Vertrauen zu Gott finden!
Ihr Pfarrer Bastian Hein

Donnerstag, den 19. März 2020

Wohin nur mit den Sorgen? Sorgen sind für mich wie ein Ball. Ich spiele gerne mit Bällen. Man kann damit prellen, jonglieren oder sie auch hoch in die Luft werfen. Das Schöne bei Bällen ist: Sie kommen immer zurück – entweder prallen sie am Boden ab oder die Schwerkraft lässt sie wieder zurückkehren. Bei Sorgen ist das nicht anders. Auch sie kehren oft zurück. Nur bei Sorgen ist das nicht mehr so schön.

Wohin nur mit den Sorgen, wenn sie immer wieder zu mir zurückkehren? Wenn ich einen Ball jemand anderem zuspiele, dann bin ich ihn los. Doch wem kann ich meine Sorgen zuspielen, wem kann ich sie zuwerfen, wem kann ich sie abgeben? In der Bibel heißt es: „All eure Sorgen werft auf Gott, denn er sorgt für euch!“ (1. Petr 5,7) Gott ist mein Spielpartner bei den Sorgen. Auf ihn muss ich zielen, wenn ich meine Sorgen loshaben will.

Wohin nur mit den Sorgen? Die Sorgen gehören zu Gott. Es ist seine Aufgabe für uns zu sorgen. Wir können das nur bedingt. Aber Gott sorgt für uns. Deshalb sind meine Sorgen bei ihm am richtigen Platz. Ich kann sie ihm jederzeit zuspielen, sie auf ihn werfen oder sie einfach niederlegen und in Gottes Hand geben. Dort sind sie am besten aufgehoben! Von dieser Hoffnung singt Sefora Nelson in einem Lied:

„Lege deine Sorgen nieder.
Leg sie ab in meiner Hand.
Du brauchst mir nichts zu erklären,
denn ich hab dich längst erkannt.

Lege sie nieder in meiner Hand.
Komm leg sie nieder, lass sie los in meiner Hand.
Lege sie nieder, lass einfach los.
Lass alles fallen, nichts ist für deinen Gott zu groß.“

Möge Sie dieses Lied heute begleiten und Ihnen Hoffnung geben.
Ihr Pfarrer Bastian Hein